Dienstag, 15. März 2011

Zögern

Bis zum 20.03. ist der Gutschein für eine Google-Anzeige 75 Euro wert, danach bis zum 31.03. nur noch 50 und danach nur noch 10 Euro. Vier Tage noch, um mir etwas einfallen zu lassen für meine Blog-Anzeige. Zögern, Scheu, weil ich das Gefühl habe, noch nicht so weit zu sein mit dem Blog. Und wenn ich dieses Gefühl nie loskriege? Dann ist es doch am besten, wenn ich den Blog so nehme, wie er nun mal ist, so schlecht auch wieder nicht. Und einen Preis für den besten Google-Werbetext will ich auch nicht gewinnen. – Anzeigentext bis Freitag. Anzeige schalten am Samstag. Hoffentlich erweist sich  die Installationsgebühr nicht als der Haken an der Sache. Das sehe ich dann.

Und die Idee der Aktion, die ich bewerbe und zugleich mache im Blog? – Noch nicht in Sicht. – Zur Qualität von Biest zu Biest gehört, dass die Texte (fast) nie gewollt sind. Weil das Schreiben aus meinem Leben kommt. Das soll unbedingt so bleiben. Auch wenn ich jetzt initiativer werde und nicht mehr nur re-agiere. – Aber da ist auf jeden Fall ein Dilemma. – Zu den Leuten hin mit dem Bloggen. Leute dem Alles-Zulassen und Alles-Aussprechen aussetzen, dem ich mich selbst aussetze. – Das ist eine ausgezeichnete Idee konzeptionell. Nur, mir fehlt der Impuls dazu. Es treibt mich nicht dahin. Das Gefühl ist so, dass ich mich lieber treiben lassen würde – draußen – und dann wird schon was passieren. Das wird es auch, nur wird es etwas sein, was auf eine nur wenig andere Art schon mal passiert ist.

Weiter zu spinnende Fäden: Die Dame in der Galerie; am Schaufenster steht nicht mehr, dass die Galerie wegen Krankheit geschlossen ist. Es interessiert mich aber auch nicht. Der Einwand gilt nicht. Die Geschichte ist angefangen, sie muss zu Ende erzählt werden. Nimm es als Übung. – Hermann, der Maler. Im Gegensatz zum faulen Taewoo ein sehr fleißiger Maler. Kann er leben von seiner Kunst? Ich nehme an, eher schlecht. Die Lebensgefährtin, Elisabeth, die Hebamme, unterstützt ihn finanziell, glaube ich. Elisabeth, die einmal in einer Kneipennacht den schönen Satz gesagt hat: Ich hatte eine feine Jugend. Sie interessiert mich eigentlich mehr als er. Eine Frau, die als Hebamme arbeitet – prosaischer, zugleich dramatischer, guter Beruf - und mit einem Maler zusammen ist und ihn finanziell unterstützt. Um da ran zu kommen, muss ich irgendwo anfangen. Also Hermann besuchen. Und wie rangehen? Doch am besten, indem ich so schnell wie möglich auf den Punkt komme. So wird er sich aber nicht darstellen wollen. Er will sich darstellen, er hat ein Interesse daran, dass ich über ihn schreibe. Über ihn. Als Maler. - Dilemma. Aber auch eine Geschichte. – Michaela? Mit der wollte ich über ihre Nebentätigkeit als Nachlassverwalterin reden, um zu kommen auf sie als Wirtin des Felsenkellers und ihre Warnehmung von mir als Gast. Abgehaktes Thema? – Einfall von heute Morgen: Hanne. Die Buchhändlerin, die in der Buchhandlung in der Xxxxxxxstraße arbeitet und eine Frau ist, die mir einmal gefallen hat und die ich dann verschmäht habe, weil sie mir dann nicht mehr so gut gefallen hat. Darüber ist nie gesprochen worden. Auch mit Inge nicht, der ich erzählt hatte, dass mir Hanne gefällt und dass ich sie kennenlernen möchte. Worauf Inge mit Marco es eingefädelt hat, dass wir uns zu viert getroffen haben und dabei habe ich schnell gemerkt, dass mir Hanne nicht so gefällt, dass ich sie näher kennenlernen möchte. Ich habe sie verschmäht und das steht jetzt immer noch unausgesprochen da, wenn ich ihr begegne oder wenn ich mit Inge spreche und das Gespräch auf Hanne kommt. Das ist eine Geschichte. Nur wieder Vergangenheit. Grund, sie zu erzählen? – Könnte sich ergeben, wenn ich sie besuche in der Buchhandlung. Aus welchem Grund?

Und dann all the lonely people / where do they all come from?the faceless crowd – warum gibt es eigentlich keine deutsche Bezeichnung für sie? – Sie interessieren mich viel mehr als die Leute, die ich schon kenne (mit Ausnahme einer Person, versteht sich, die aber unerreichbar ist; warum noch mal?). – Überfallartige Interviews. Immer noch kein einziges gemacht. Das hat etwas zu bedeuten. Zugleich das sichere Gefühl, dass das mein Weg ist. Situationen ohne Vergangenheit. Alles neu. Unbelastet.

Lahm heute. Und das Gefühl, ein schrecklicher Mensch zu sein.

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