Biest zu Biest hat einen LeserIn in Saudi Arabien und einen in Singapur. In USA hat der Blog mehrere LeserInnen und auch in Australien. Sehr schwach allerdings die Resonanz im europäischen Ausland. Für die Veröffentlichung des Schicksenplots in Das alte Biest hat sich niemand – niemand! – interessiert. Und Das innere Biest, von mir vorläufig absichtlich im Verborgenen gehalten, hat inzwischen acht LeserInnen. Willkommen!
Nachdem ich nachgesehen hatte, wie sich meine Anzeigen-Kampagne entwickelt (zwei Platzierungen, einmal 0 Klicks, bei der zweiten Anzeige zwei Klicks), habe ich mir zum allerersten Mal die Statistiken meiner Blogs angeschaut. Darauf hatte ich bisher verzichtet, ich könnte auch sagen, ich habe mich davor gedrückt. Weil ich mich nicht entmutigen wollte, denn mir war schon klar, dass ich die 100 000-Leser-Linie noch nicht überschritten habe. Der andere Grund, die Rationalisierung: Ich wollte mich beim Schreiben nicht beirren lassen.
Bin ich jetzt beirrt? – Um das zu beantworten, ist es noch zu früh. Erst einmal bin ich erleichtert, die Zahlen (Page Impressions) gesehen zu haben und künftig die Resonanz auf den Blog verfolgen zu können, nachdem ich das selbstauferlegte Tabu gebrochen habe. Und sonst kommt der Realitätsschub gerade recht, um die laufenden Überlegungen zu den Blogs zu unterstützen. Die Überlegungen von heute Morgen: Das Ichschreiben noch mehr in Das innere Biest verlagern und mir in Biest zu Biest mehr Disziplin auferlegen in der Form: Näher ran gehen, noch erzählerischer schreiben. Meinungsabsonderung und Gedanken zurücknehmen. Grässlich das Geholpere im Post von gestern an der Stelle, an der ich – rein denkerisch – nicht ausschließen kann, dass es auch noch andere Gründe für das Augenniederschlagen gibt als schlechte Erfahrungen mit Männern im Vorübergehen. Ich war kurz davor, die Passage zu streichen heute Morgen. Wegen der Authentizität habe ich sie stehen lassen – denn das war es nun mal, was ich mir in der Szene gestern gedacht habe. Und ist das nicht mein Genre, die Bewusstseinskomödie? Da gehörte die Überlegung unbedingt hinein. Komisch war sie allerdings nicht, die Handlung hat sie auch nicht vorangetrieben, sie blieb folgenlos, deshalb steht sie scheinbar isoliert da und das führt dazu, dass der Text an der Stelle holpert. – Wie könnte die Überlegung aber auch die Handlung vorantreiben, da es doch überhaupt keine Handlung gibt. Nur Sehen und Denken gibt es und am Ende einen Entschluss zu einer Handlung. – Besser wäre es gewesen, mit dem Thema zu warten, bis es eine Handlung dazu gegeben hat. Doch warten war nicht möglich, weil ich sonst über Peter und die Lügerei hätte schreiben müssen, und das wollte ich nicht, da ich das Gefühl hatte, Peter schonen zu sollen.
Folgerung, zu der ich schon gekommen war, bevor ich die Statistik gesehen habe: Es muss mehr äußeres Geschehen geben. Gedanken müssen zu Handlungen werden. Sie sollen sich ereignen, nicht ausgesprochen werden. – Unzählige Male habe ich mir das gesagt beim Plotentwickeln und Drehbuchschreiben. Jetzt, beim Bloggen, bin ich in einer deutlich besseren Position. Denn ich muss mir nichts ausdenken. Es ist alles schon da. Ich muss nur selbst aktiver werden. Mehr handeln als denken.
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