Sonntag, 27. März 2011

Bewunderung

Das Leben ist zu lang, ist der Titel des Films von Dani. Vorhin den Trailer angeschaut. Ein Mann und die Stationen seines Unglücks. Eine davon: Er sitzt seinem Banker gegenüber und der erklärt ihm – schlecht gespielt – weinend, dass die Bank pleite ist und das Geld des Mannes damit weg. Komödiantischer Nachhall der Bankenkrise. Das mit dem Therapeuten, der ihm rät sich umzubringen, habe ich gestern schon erwähnt (Dynamik). Der unglückliche Mann befolgt den Rat. Aber auch der Selbstmord geht schief, er wird wiederbelebt mit neuen Medikamenten, die auch schon bei Michael Jackson zum Einsatz kamen. Was für ein Witz! – Wie ich vorhergesehen habe, gibt es eine gute Szene mit der wunderbaren Meret Becker. Sie spielt die Frau des unglücklichen Mannes. Sie liegt neben ihm im Bett und beklagt den Verlust ihrer Attraktivität - die beiden gemeinsamen Kinder hätten sie ausgelutscht. Danach dreht sie sich von dem Mann weg und das Gute an der Szene ist vorbei, denn nun sagt er, wenn das Licht aus ist, dann sei sie immer noch so wie früher. Was für ein Witz! – Ich will nicht ausschließen, dass ich mir den Film noch anschaue. Ich habe auch schon Notizen gemacht darüber, dass ich mich daran erinnere, dass Dani in den Interviews zum Film nie gesprochen hat über das, was dem Mann alles an Unglück zustößt, sondern im wesentlichen über jüdischen Humor, und dass er den jetzt haben will in dem Film, nachdem das in seinem vorhergehenden Film mit Helge Schneider als Hitler nicht geklappt hat, weil es da nämlich eigentlich um schwarze Pädagogik gegangen ist, was jedoch niemand gemerkt hat, weil der Film Erfolg beim falschen Publikum hatte. - Bei den Fans von Helge Schneider nehme ich mal an, den er dann eben nicht hätte besetzen dürfen, wenn er ein anderes Publikum haben wollte. - So wäre das gegangen, wenn ich über den Film geschrieben hätte – indem ich dargelegt hätte, warum ich ihn mir lieber nicht angeschaut habe. So hätte ich dann doch noch mein Rachegelüst befriedigen können und zugleich wäre deutlich geworden, wie neidisch ich bin auf Dani, der es seit etwa zwanzig Jahren schafft, mit den Mitteln der Filmförderung alle zwei, drei Jahre einen Film zu machen. Schwache, schlechte, misslungene Filme. Aber das macht nichts, denn damit hat er sich in die Lage gebracht, zwischendurch einen Film zu machen, der ein kleines Meisterwerk ist, das, was von Dani bleiben wird: Alles auf Zucker. – Die schwachen, schlechten, misslungenen Filme waren die notwendige Voraussetzung für das kleine Meisterwerk. Und dafür muss man ihn nun wirklich nicht beneiden, dass er diese Mühsal auf sich genommen hat, sondern kann ihn nur bewundern für sein Geschick beim Ranschaffen der Filmförderung und für die Unbeirrbarkeit, mit der er die Häme der Filmkritik weggesteckt hat. Da muss ich ihm nicht auch noch ans Bein pinkeln in einem Blog, den er mit Sicherheit nie lesen wird, weil er dazu gar keine Zeit hat, so wie er auch keine Zeit hatte, mein Exposé zu lesen. Gut, dass ich das noch rechtzeitig erkannt habe und mir den Impuls, über Das Leben ist zu lang herzuziehen, nun auf diese Art aus dem Kopf geschrieben habe. Wobei der Entschluss, nicht in Biest zu Biest darüber zu bloggen, vor der Erkenntnis kam. Als ich mich darauf besonnen habe, mich um meine Angelegenheiten zu kümmern. Die Erkenntnis hat sich erst danach, beim Schreiben, eingestellt. Und geschrieben habe ich über den Entschluss, weil mir zu meinen Angelegenheiten nur Gedanken eingefallen sind und nur ein brauchbarer Satz: Das, was ich will, auch tun! - Einer meiner ältesten Sätze. Fortsetzung folgt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen