Freitag, 25. März 2011
Fenster
Die Frau von gegenüber (fka Tess fka Contessa) zeigt Anteilnahme wegen des Dämpfers oder sie will wieder mitmachen im Blog. Oder beides. Und dass sie wieder mitmachen will, ist ihr Vorschlag dazu, wie ich die Attraktivität des Blogs steigern kann. Gute Idee. Trifft sich mit meinen Überlegungen. Zurück zu den Anfängen. Konzentration auf das Thema, das ich exklusiv habe: mein Leben. Fortsetzungsgeschichte. Erzählung. – Nur, was gibt es Neues zu erzählen von der Frau von gegenüber? – Was sich mit Hilfe eines geschlossenen weißen Vorhanges alles machen lässt in einer Nachbarschaftsromanze. – Viel lässt sich damit machen, wenn der Beobachter aufmerksam ist und registriert die Veränderungen in der Breite des Spaltes, der offen gelassen wurde, und darauf achtet, ob sich der Spalt in der Mitte des Vorhangs befindet oder am Rande oder es mit einem Mal keinen offenen Spalt mehr gibt. Oh! Was ist jetzt? Was habe ich falsch gemacht? – Dazu das Licht. Beleuchtung des Vorhangs also. Zur Zeit jeden Abend. Gerne gesehen von mir, aber nicht ohne Bedenken: denn Licht schließt auch immer ein die Möglichkeit des ausbleibenden Lichts. Unausweichlich, irgendwann kommt der Abend, an dem es kein Licht gibt und damit die Enttäuschung, das Rätseln, warum heute Abend kein Licht. – Schließlich der Faltenwurf des Vorhangs. Die Varianten des Faltenwurfs. Die nehme ich wahr, habe allerdings bis heute nicht gelernt, sie zu lesen. Gestern war der Faltenwurf von einer solchen Komplexität, dass ich immer wieder hinschauen musste, ohne allerdings auch nur ansatzweise einzudringen in die Textur des kunstvollen Arrangements. Mir gedacht, wenn ich doch nur einen Fotoapparat hätte und das Fenster jetzt fotografieren könnte mit diesem Faltenwurf! – Von da ausgehend die Vorstellung, dass ich das Fenster regelmäßig fotografieren könnte – das Fenster bildfüllend, nur das Fenster – und dann würde es in Biest zu Biest jeden Tag mindestens ein solches Foto des Fensters geben. Das wäre dann die angemessene Art, die Liebesgeschichte, die den Blog über viele Monate getragen hat, fortzusetzen. Angemessen, weil so eins zu eins wiedergegeben würde, was von der Liebesgeschichte geblieben ist. Eine Bildgeschichte wäre das und zugleich wäre die Bildgeschichte eine reizvolle visuelle Komponente im Blog. Das sieht nämlich schön aus, das Fenster mit dem zugezogenen weißen Vorhang. Aber ich habe keinen Fotoapparat. Ich war auch nie gut als Fotograf (allerdings nicht gut mit analogen Fotoapparaten). Ich sollte mich auch nicht verzetteln und mich aufs Schreiben konzentrieren. Aber, aber: Ich würde schon gerne Fotos im Blog haben. Und ich würde schon gerne die Erzählung von der Frau von gegenüber im Blog fortsetzen.
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