Montag, 28. März 2011

Style

Um nicht als Spinner dazustehen mit meiner Vermutung über Robert und Cynthia im Post von gestern, müsste ich jetzt erzählen von den Beobachtungen, die dazu geführt haben, dass ich mir fast sicher bin, dass meine Vermutung zutrifft und ich müsste mehr von dem Paar erzählen. Wie Cynthia aussieht, wie alt sie ist, wie alt Robert ist und was Robert macht - nicht Kant und Heidegger lesen wie Bob in Modern Saint # 271, sondern - kein Wort darüber wegen Anonymisierung. Und anonymisieren, indem ich um-erfinde, das will ich nicht. Ich habe auch anderes zu tun, als bei den beiden zu verweilen. Das Unausgeprochene ist ausgesprochen in Andeutungen. Der Impuls ist gegeben. Bin gespannt, wie sie reagieren, wenn ich ihnen wieder begegne. Ob sie überhaupt reagieren. Das ist die Geschichte. Die werde ich weiter erzählen. Gegenwart. Ereignis. Das ist der Blog. Anstrengend war das gestern. Aber hinterher das gute Gefühl, dass der Blog damit endlich wieder in der Spur ist. Und mit dem Titel Neugier ist das Zeichen gesetzt dafür, wie es weiter gehen soll. – Es gibt wieder einen Plot. Das, was ich will, auch machen. Meiner Neugier auf Menschen folgen. Aus meiner Verhocktheit in mir selbst herauskommen, aus meiner Befindlichkeit, meiner öden, und dazu meine Hemmungen überwinden im Zugehen auf Menschen. Das wird nicht leicht. Auch deshalb, weil ich noch gar nicht genau weiß, was ich mit ihnen anfangen soll, wenn ich auf sie zugegangen bin. Überfallartige Interviews. Aber zu welchem Thema? Über sie, klar. Aber ich weiß doch noch gar nichts über sie in dem Moment. Das kann sich schnell ändern. Also keine Widerrede. Meine Leutseligkeit instrumentalisieren, meiner Neugier folgen. Improvisierte Szenen. Interviews. Porträts. Das ist das Ziel. Das ist verbarrikadiert von meinen Hemmungen. Wie ich die überwinde, das ist der Plot.

Der elende Feuilletonismus im Blog, das war auch Faulheit. Nicht immer nur über mich reden, aber dazu das Haus nicht verlassen wollen. – Jetzt: Weiter über mich wie bisher – Roman meines Lebens, Zeitung über mich, Zeitung von mir. Aber Zeitung von mir nicht mehr darüber, was ich in anderen Zeitungen lese. Zeitung von mir über Menschen, die mich interessieren, die ich beobachte. Im Idealfall Menschen, die ich entdecke in der Öffentlichkeit. Paradigma des street style photographer´s. Nur, dass ich es nicht so leicht habe. Ich kann nicht einfach nur abdrücken und Klick-Klack habe ich das Bild. Ich muss auf die Leute zugehen, sie verwickeln in eine Szene, sie verwickeln in ein Gespräch. Aber Style ist auch mein Thema. Persönlichkeitsstil. Wie Leute sind. So einfach. Nicht leicht ranzukommen. Doch das wird jetzt gemacht. – Jeder Tag ein neuer Versuch. Gestern hat es nicht geklappt. Dieses Mal hat es nicht an mir gelegen. Der schöne Mann stand nicht da.

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