Sie wär so nett, wenn sie nur nicht dieses Zahnfleischlächeln hätt. Jeder weiß sofort, was damit gemeint ist. Aber es sagen ist nicht nett. Deshalb lasse ich es lieber weg zu schreiben über die süße, wirklich süße Sparkassenangestellte, die ich gefragt habe, was an Gebühren anfällt, wenn ich bei der Sparkasse ein Girokonto eröffne. – Antwort: 2 Euro; auch bei Online-Banking. – Wenn es gebührenfrei wäre, hätte ich das Konto gestern gleich eingerichtet. So muss ich es mir noch überlegen. Nicht auszuschließen, dass ich das Konto in den nächsten Tagen eröffne. Bei der süßen Sparkassenangestellten. Dann googelt die vielleicht hinterher meinen Namen, findet den Blog, liest, was ich über ihr Zahnfleischlächeln geschrieben habe, und das will ich nicht, weil sie so nett ist. – Das Konto würde ich einrichten, damit die Leser Geld überweisen können, um mich zu unterstützen, damit ich nicht ins Elend falle beim Schreiben des Blogs – Dagegen spricht, dass mir schon der Gedanke daran, die Leser darum zu bitten, Unbehagen bereitet. Vor allem deshalb, weil ich fürchte, dass ich damit in meinen nächsten Misserfolg reinlaufe. Denn a) so viele Leser habe ich nicht, dass sich garantiert eine hinreichend große Zahl Hilfswilliger findet; b) wenn ich mir vergegenwärtige, wie Menschen auf mich in meiner gegenwärtigen Lebensphase reagieren, wie sie sich eher abwenden, als mir entgegenzukommen, tue ich da nicht besser daran, nichts von anderen zu wollen? c) es ist doch für die Leser – als Leser – viel interessanter, wenn ich ins Elend falle; also warum sollten sie sich um dieses Lesevergnügen bringen, indem sie mich unterstützen, und damit meinen Absturz verhindern? – Bleibt der andere Plan: inner circle, beschränkter Zugang für Das innere Biest, Zugang kostet Eintrittsgeld. Aber dazu habe ich hier (noch) nicht genug zu bieten. – Entscheidung in den nächsten Tagen. – Neue Variante. Variante zum Plan: Blog verbessern, dann werben über meine Facebook-Seite, mehr Leser. – Gutschein von Google über 75 € für eine 30tägige Werbekampagne mit einer Google-Anzeige (AdWord). Werbung für den Blog. – Knifflige Aufgabe: Anzeigentext. Schlüsselwörter finden, die maximale Präsenz schaffen durch die Verknüpfung mit Google-Anfragen. Biest ist beispielsweise kein gutes Schlüsselwort, weil so oft wird der Begriff nicht gegoogelt. Nicht so oft wie zum Beispiel Berlin oder Frauen oder Frühling. – Das andere: Umriss eines Profils für den Blog. Warum sollen Leute, die mich nicht kennen, ihn lesen? – Biest zu Biest. Zeitung über mich. Zeitung von mir. Täglich lesen und sich über ein Arschloch ärgern. – Da darf ich mich nicht wundern, wenn mir mit der Anzeige das Gleiche passiert, was bisher mit dem Blog passiert ist: keine Kommentare, keine Resonanz. – Was mir egal war und es auch weiterhin wäre, wenn nicht das mit dem Elend drohen würde.
Bloß jetzt nicht den Blog zurechtstutzen wollen, um ihn attraktiv für Leser zu machen. Weiter wie bisher, wie ich es will und wie ich es kann. Mein Ding. Und die Leute für mein Ding interessieren. Aber das nicht nur mit Worten in einer Anzeige, sondern mit einer Aktion in Biest zu Biest und die dann bewerben. – Worin die Aktion besteht, weiß ich auch schon, wenn auch noch nicht genau, wie das funktionieren soll mit den überfallartigen Interviews, an die ich schon so lange denke, aber ich habe noch nie eines gemacht. Jetzt das machen, jeden Tag eins – das wäre die Aktion. 28 Tage lang, so lange wie ich die Google-Anzeige geschaltet habe. Der Gutschein verfällt nicht. Ich bekomme sicher mehr Leser-Kontakte. Und den Blog bringt es auch weiter. – Idee. Bis 20. 03. gilt der Gutschein. Bis dahin die Aktion konkretisieren, eine schlaue Überschrift dafür finden, während dessen mit den überfallartigen Interviews experimentieren. Viel reizvoller als auf mir bekannte Leute zuzugehen, um über sie zu schreiben, mit ihrem Einverständnis, mit Rücksichten, die ich nehmen muss, und wer interessiert mich von denen denn wirklich? – Und wer interessiert mich draußen? Warum noch kein überfallartiges Interview gemacht? – Die Leute werden interessant von dem Moment an, da ich mit ihnen zu tun habe. Solche Momente kreieren. Es müssen Lebensmomente sein. Was nicht funktioniert: Ich will über dich schreiben. Da verlieren die Leute sofort ihre Authentizität. Und nur auf Leute zugehen, um ein Interview zu machen, das funktioniert auch nicht. Da verliere ich meine Authentizität.
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