… dann war noch das mit der Vulgarität und mit der Phantasie. So vulgär kam ich mir vor mit dem, was ich gestern über Stier-Frauen geschrieben habe, und dass ich das überhaupt erwähnt habe mit meinem mir peinlichen Ernstnehmen von Astrologie. Muss ich das erwähnen? Kann ich nicht stillschweigend darüber hinweg gehen, dass ich die Beschäftigung damit jetzt aufgeben will. – Dabei hat nicht viel gefehlt, dass ich darüber noch im Hauptblog geschrieben hätte. Spielerische Mutmaßung darüber, dass die Contessa-Frau von gegenüber nicht eine Löwe-Geborene ist, wie ich erst geglaubt habe (Congratulations), und auch keine Steinbock-Geborene, wie ich es später für möglich hielt, sondern auch eine Stier-Geborene. Dass das der Grund dafür ist, warum wir schon am Kennenlernen gescheitert sind. Dass also das Nicht-miteinander-Können von Stier-Geborener und Löwe-Geborenem sich bei uns so stark ausgewirkt hat, dass wir uns nicht einmal miteinander bekannt machen konnten. Dass dann auch klar wäre, warum der Nachbar, der am gleichen Tag Geburtstag hat wie ich, und die Contessa-Frau als Paar nicht glücklich werden. Und ihr Materialismus, den ich ihr unterstelle und den ich bei meiner langjährigen Stier-Liebe aus nächster Nähe erlebt habe, der wäre dann gleich noch mit erklärt. – Die Absicht darüber zu schreiben, habe ich aufgegeben, noch bevor ich ein anderes Thema gefunden hatte, weil es mir so vulgär vorkam. Was nicht heißen muss, dass diese Überlegungen falsch sind. So wie meine Vulgarität auch nichts ist, was ich verdamme. Sie ist schließlich ein Teil von mir. Aber ich muss sie nicht auch noch ausbreiten.
Meine Phantasie ist immer ein Mittel gewesen, um über die Vulgarität hinaus zu gehen. In Geschichten, die begonnen haben im Vulgären, um dann, wenn sie gelungen sind, abzuheben davon. Schließlich hat sich diese Art von Geschichten selbst als etwas Vulgäres erwiesen. Der Plotismus ist grob, konventionell – vulgär. Das wird mir immer klarer, je weiter ich mich davon entferne. Aber meine Phantasie scheint immer noch darin gefangen zu sein. - Sie ist mir verloren gegangen. Seit ich nicht mehr in Plots denke, gibt es sie nicht mehr. – Das Erfinderische beschränkt sich darauf, Pläne zu machen wie den von gestern mit der hochintelligenten Pornodarstellerin oder eine Textserie aufzustellen wie Menschen im Frühling. – Aber kann das denn sein, dass meine Phantasietätigkeit, meine Imagination, mein Erfinderisches auf das Ausdenken von Geschichten beschränkt ist? Kann ich meine Phantasie nicht umleiten, um sie auf die Realität anzuwenden?
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