Dienstag, 12. April 2011
Postproduction
Gute Nachricht in der taz: es wird sich was tun auf dem deutschen Markt für e-Books. Zu meiner Überraschung hat Inge gestern Abend doch noch angerufen. Peter ist nun endlich ganz von der Polnischen getrennt; in loser Verbindung dazu gibt es einen Telefondialog von uns heute morgen, in dem sich eine Peter eigene Art der Lügerei zeigt. In dem Gespräch mit Inge ging es um Behaupten eines Sachverhalts, das ein falsches Behaupten sein könnte (Selbsttäuschung), und um Leugnen eines Sachverhaltes, das Lügen sein könnte (was ich ausschließe bei Inge) oder Nicht-Sich-Erinnern oder ein Erinnern, das eine Art Postproduction ist im Sinne von: dass nicht gewesen sein kann, was nicht gewesen sein soll. Das Gespräch mit Inge war okay, aber es blieb dabei: es wäre interessanter gewesen, das alles, wie beabsichtigt, mit Hanne zu kommunizieren. Im weiteren Verlauf habe ich Inge mein Erzählkonzept erklärt, wie ich es hier bereits skizziert habe: eine Erzählung in Gang zu setzen durch das Verwickeln einer oder mehrer Personen in eine dramatische Konstellation und dann mit der Person oder den Personen zusammen das Drama passieren zu lassen. – Sie dann gleich: Und wenn jemand nicht mitmachen will? – Dann ist das eben die Geschichte, dass die Person nicht mitmachen will, habe ich geantwortet. In dem Zusammenhang habe ich ihr erzählt von zwei Leuten, von denen ich glaube, dass sie mir aus dem Weg gehen, weil sie nicht in meinem Blog vorkommen wollen: Hediye und Bernd von der Panzerknackerbande. Bei Bernd weiß ich es nicht genau, ob es so ist. Bei Hediye bin ich mir sicher. - Eine Merkwürdigkeit gab es noch im Gespräch mit Inge. Nachdem wir uns darauf geeinigt hatten, dass es damals ein ausgesprochenes Einverständnis darüber gegeben hat, dass sie mir und Hanne die Gelegenheit geben will, uns kennenzulernen, sagt sie genauso unvermittelt, wie ich es jetzt hinschreibe, und wörtlich: Aber dabei habe ich nicht an Sex gedacht. – Ich: Sex? Wie kommst du jetzt auf Sex? – Sie, sinngemäß: Sie hätte den Eindruck gehabt bei dem, was ich geschrieben habe hier im Blog. – Ich: Kein Wort habe ich darüber geschrieben. Weil es um Sex noch gar nicht ging. Es ging um Sich-Kennenlernen und warum es zu nichts geführt hat. Natürlich war die Absicht des Kennenlernens, möglicherweise ein Paar zu werden und dann auch Sex zu haben. Aber zunächst mal ging es darum, heraus zu bekommen, ob wir etwas aneinander finden ob wir etwas miteinander anfangen können/wollen. Unter anderem, Sex haben zu wollen miteinander. So weit sind wir aber gar nicht gekommen, da ich nichts an ihr gefunden habe (mal beiseite gelassen, wie es bei ihr war) und weil ich nichts an ihr gefunden habe, hat sich für mich die nächste Frage, ob wir etwas miteinander anfangen wollen, gar nicht gestellt, und deshalb ist es nie um Sex gegangen. Allerdings, so wie ich mich kenne, werde ich schon an Sex gedacht haben. Aber da nun mit Bedauern. Nämlich als mir klar wurde, dass Hanne nicht mein Fall ist, da habe ich mir sicher auch gedacht, dass es deshalb auch nicht mein Fall wäre, mit ihr Sex zu haben. Dieses Fazit habe ich allerdings aus Rücksicht auf Inges Gefühle für ihre Freundin weggelassen. Stattdessen habe ich mich gewundert, wie sie darauf kommt, zu betonen: sie habe nicht an Sex gedacht, als sie Hanne und mir die Gelegenheit gegeben hat uns kennenzulernen, um sich dann in der Gegenbewegung zu versteigen in die Aussage: sie habe überhaupt nicht an ein MannFrau-Ding gedacht, sondern uns einfach nur so miteinander bekannt machen wollen. – Ich: Nachdem ich dich zuvor gefragt hatte, ob sie alleine ist, und dir darauf gesagt habe, dass sie mir gefällt, hast du nicht daran gedacht, dass es dabei darum geht, uns als Mann und Frau kennenzulernen? – Vergessen, was sie darauf geantwortet hat. Es ging ihr darum, die Ehre ihrer Freundin zu retten, sie nicht dastehen zu lassen als eine Frau, die von einem Mann uninteressant gefunden wurde. Und bewerkstelligt sollte das werden, indem gesagt wurde, es hätte nie eine Situation gegeben, in der es darum gegangen ist für sie, für mich interessant zu sein, und insofern kann sie für mich auch nicht uninteressant gewesen sein, weil ich mir das alles nur eingebildet habe. Das hat sie zwar nicht ausgesprochen, aber das ist nun mal die Konsequenz.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen