Dienstag, 5. April 2011

Es

Heute mal Fragen beantworten in BzB? – Warum ich so unglücklich war über das Posting mit dem Mädchen? Was ist mit Peter? Wer ist Sasha Grey und warum will ich über sie schreiben? – Will ich das noch? - Wo war ich mit meinen Gedanken gestern? – Was ist mit dem anderen Blog? – Das lieber nicht, weil dann suchen sie ihn und finden ihn vielleicht. Und das will ich nicht, noch nicht oder gar nicht, denn ich komme allmählich wieder zurück auf die Idee mit dem beschränkten Zugang, die u.a. auch bedeutet, dass sich alle Leser, die Zugang bekommen, bei mir vorstellen müssen; was aber auch bedeuten kann, dass sich niemand vorstellt und dann schreibe ich hier nur für die Frau von gegenüber und ein paar eingeladene Leser – aber warum nicht? Wenn mir das zu wenig ist, kann ich in BzB immer mal wieder Köder (Teaser) auslegen, wenn es etwas gibt, womit ich locken kann.

Warum war es gestern so schwer? – Ursprünglich hatte ich vor, den Gedanken-Text, erzählerisch erweitert, zu übernehmen in das Posting in BzB und dazu noch zu schreiben darüber, wie ich zum ersten Mal gelacht habe gestern. Zweimal gelacht, als ich gestern Früh den Artikel in The Daily Beast über Catherine Middleton gelesen habe. Waity Katie (liebevoll-hämische Bezeichnung, wie sie nur Engländer hinkriegen). Gelacht an der Stelle, an der es heißt, dass niemand vorhergesehen hat, wie gut sie in die komplizierte verschrobene Welt des englischen Königshauses passt – dass nur Jane Austen das hätte vorhersehen können. Und dann noch mal gelacht am Schluss des Artikels, wenn es heißt, sie ist nicht nur gut für William, sie ist gut für England. Wobei der Witz darin besteht, dass es tatsächlich so ist. – Das wäre entspanntes Schreiben gewesen. Und am Ende hätte ich erwähnt, dass ich noch ein drittes Mal gelacht habe, am Nachmittag, als ich den Beinahe-Unfall des Mädchens mit dem Kinderwagen gesehen habe. – Dann kam es mir aber so vor, dass ich es mir damit zu leicht mache. Dann habe ich auch gedacht, dass meine Leser – zu Recht – etwas anderes erwarten als eine launige Kommentierung von höherer Klatschpresse. Und dass ich damit den Tag vertue, wenn ich nicht der neuen Linie in BzB folge, die die ursprüngliche Linie ist: nur Erlebtes zu verwenden – nur meinen Lebensstoff. Davon hatte sich einiges angesammelt. Eine rauchende blonde Frau in Beige mit schwarzen Leggings, die nicht den Blick senkte, als sie meinem Blick begegnete. Der neueröffnete Laden des toten Hamburgers. Die Dame aus der Galerie auf dem Fahrrad. Das zufällige Treffen mit Tui (dem vietnamesischen Fastfreund), mit dem gestern kein richtiges Gespräch zustande kam, aber dann gab es einen Vorfall mit einer zugeparkten Einfahrt, dem wir erst zuschauen wollten, um uns zu amüsieren, es dann jedoch gelassen haben, weil uns die Beteiligten nicht gefallen haben, weil sie so verkniffen waren – und aggressiv, wie Tui missbilligend meinte. Das alles hätte ich zusammenfassen können in einem Wimmeltext. Hat es schon lange nicht mehr gegeben. Schreibe ich sonst gerne. Doch dazu fehlte mir der Schwung. Der war nicht im Erlebten und er war auch nicht da, als es ans Schreiben ging. Kann sein, dass er sich beim Schreiben eingestellt hätte. Dazu ist es nicht gekommen, weil es mir so klischeehaft vorgekommen ist, über diese Begebenheiten zu schreiben. – Sie kommen mir auch jetzt noch klischeehaft vor. Deshalb war die Entscheidung richtig. Nur, was bleibt dann eigentlich noch, worüber ich schreiben kann? – Gestern war es die Begegnung mit dem Mädchen mit dem Kinderwagen. Und die war schwer zu fassen zu kriegen. Ich habe es nicht hingekriegt. – Was war es, was ich nicht zu fassen gekriegt habe? – Es hat mir gefallen, wie sie auf mich eingegangen ist und dass sie mit mir und meiner Art etwas anfangen konnte. Deshalb (nicht wegen Interview) habe ich ein Gespräch mit ihr angefangen. Aber in dem Gespräch war es dann so, dass ich nichts mit ihr anfangen konnte, obwohl sie so zugänglich und gesprächig war. Ich konnte nichts mit ihr anfangen, weil ich nicht offen war für die Situation, nicht in der Lage, mich auf sie einzulassen, weil ich mit den Gedanken woanders war. ­– Dazu kam noch als Hemmnis beim Schreiben, dass ich den Eindruck vermeiden wollte, dass ich mich als Mann für kleine Mädchen interessiere. Deshalb habe ich auch nicht ihre äußere Erscheinung beschrieben (unauffällig). Und deshalb auch das mit dem Interview, obwohl ich daran erst im Nachhinein gedacht habe, dass ich eine Gelegenheit zu einem überfallartigen Interview verpasst hatte. – Zu alledem dann noch der Ärger mit dem grammatikalischen Geschlecht von Mädchen. Hier bin ich jetzt umstandslos von das Mädchen zu sie übergegangen. Im Posting gestern glaubte ich, konsequent beim grammatikalischen Geschlecht bleiben zu müssen: das Mädchen, es, die Schwester und dann auch noch der Babysitter. – Sie waren doch auch sonst nicht zimperlich bei der Rechtschreibreform. Da hätten sie das doch auch ändern können: Das Kind, der Mann, der Junge, die Frau, die Mädchen (Singular).

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