Freitag, 27. Mai 2011

Fremde

Um das Schreiben von Homestory 3 herum habe ich mir gestern fieberhaft überlegt, was ich als nächstes tun kann, um meinem Gesprächspartner vom Montag eine Brücke zu bauen und ihn damit zu einem offenen Dialog zu bewegen. Zugleich war ich zerknirscht darüber, wie tief ich nun wieder in der Geschichte drinhänge. Am Abend beim Überarbeiten des Postings gab es dann einen Versuch, (über das Eingehacktsein in meinen Rechner) zu verhindern, dass ich den Fußnotentext veröffentliche. Ich habe darauf diesen Text geschrieben an – die andere Seite:
Ich bin nicht mehr weit davon entfernt, Anzeige zu erstatten wegen der Spuk-Phänomene auf meinem Rechner. Ich würde mich dann zwar in die Gefahr begeben, vor der Polizei als Verrückter dazustehen, aber das wäre es mir wert, dass damit diese Spuk-Phänomene aktenkundig werden und jeder weitere Übergriff mit erhöhtem Risiko für die Übergreifer verbunden ist. - Verschwindet! Beim nächsten Übergriff gehe ich zur Polizei. Kein Spaß mehr! Es gibt andere Wege sich mitzuteilen. Andernfalls Klappe halten oder weiter lügen! 

Danach habe ich den Fußnotentext noch einmal genau angeschaut: Warum will die andere Seite nicht, dass ich diesen Text veröffentliche? – Steht irgendetwas darin, das der Diskretion zuwiderläuft, zu der ich mich verpflichtet habe? Keine Namen, keine Erkennbarkeit des Schauplatzes. In dem Text gibt es Aussagen über das Haus: dass ich mit Google Earth festgestellt habe, dass es nur das eine Dachfenster gibt, und dass es fünf große Wohnungen gibt in dem Haus. – War es das? Ich habe mir überlegt, ob ich das streichen soll, und bin zu dem Schluss gekommen: aufgrund dieser Merkmale ist das Haus nicht zu identifizieren als ein Haus in Schöneberg in den Koordinaten, die durch andere Ortsangaben im Blog markiert sind. Selbst, wenn jemand mit detektivischem Spürsinn sich daran machen würde, das Haus zu orten aufgrund der genannten Merkmale und mit diesen Koordinaten, es würde ihm nicht gelingen.

Nachdem ich die Überarbeitung abgeschlossen hatte, habe ich noch einen zweiten Text an die andere Seite geschrieben und dieser Text gibt nebenbei auch die Antwort auf die Frage, über die ich den ganzen Tag gegrübelt hatte. Die Antwort lautet: Die Geschichte ist für mich beendet und ich fordere die andere Seite auf, sich fortan rauszuhalten aus meinem Leben (siehe dazu auch BzB vom Sonntag). Raushalten heißt konkret, sich aus meinen Rechnern rauszuhalten. Wenn es dazu einer Begründung bedürfte, hier steht sie, im zweiten Text, den ich gestern Abend an die andere Seite geschrieben habe:

Wenn es etwas gibt, das ich nicht tun sollte, damit ich niemandem schade, dann kann man mir das sagen. Dann reicht es vielleicht sogar, mir nur zu sagen, dass ich es nicht tun soll, dann muss das gar nicht begründet werden, falls es nicht möglich ist, das zu begründen. Aber: man muss es mir sagen. So wie das vorhin versucht wurde, so läuft das nicht. – Man kann mit mir reden. Ich lasse mit mir reden. – Aber bei dem, was vorhin versucht wurde, schaue ich nicht mehr länger ohnmächtig zu. Es wurde schon längst eine Grenze überschritten. Das war einer der Gründe dafür, warum ich am Montag zu Euch gekommen bin. Ich hatte geglaubt, ich könnte mit Euch reden, so wie man mit mir reden kann. Das ist offenbar nicht der Fall. Also bleibt mir nur Ohnmacht oder zur Polizei zu gehen. Was würdet Ihr an meiner Stelle tun? – Na, also! – Dritte Möglichkeit: Da Ihr nicht reden wollt, lasst mich in Ruhe! Ihr habt kein Recht zu dem, was Ihr tut. Und es gibt keinen Grund, warum ich länger Vertrauen haben sollte in die Gutwilligkeit Eurer Absichten.

Ihr seid Fremde. Ihr habt mir gezeigt, dass Ihr Fremde bleiben wollt. Verhaltet Euch nun auch wie Fremde. Haltet Euch fern von mir!

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