Zum Schluss gestern Abend noch die Vermutung, dass die Veranstalter vielleicht gar nichts zu tun haben mit der unsäglichen Bezeichnung Frischfleisch-Dinner. Dass Journalisten oder Betroffene den Ausdruck geprägt haben; die Veranstalter hätten ihn dann nur übernommen, nachdem er sich verbreitet hatte, und selbstverständlich würden sie sich, dazu befragt, von dieser Ausdrucksweise distanzieren, u.a. indem sie auf ihr Engagement in der Nachwuchsförderung hinweisen - zu Recht (siehe auch Nico Hofmanns einflussreiche Lehrtätigkeit an der Filmhochschule in Ludwigsburg). Aber da war es schon zu spät, das noch hineinzuschreiben in den Text. Da hat es nur noch gereicht für verquältes Schreiben an die Tess. Das hätte ich auch lassen können, besser lassen sollen, ihretwegen und meinetwegen. – Die Anwendung meiner empathisch-paranoischen Methode auf öffentliche Themen: Muss ich das verstehen, was ich da treibe, um es weiter zu entwickeln? – Antwort: Ich verstehe es, indem ich es tue, und indem ich es besser mache, verstehe ich es besser. – Da gelingt es, das unnütze Denken abzustellen, das nur inneres Geschwätz ist, Geschwätz, da es nichts zur Sache tut. – Warum gelingt es da, das innere Geschwätz gar nicht erst laut werden zu lassen? – Weil es da Handlungsmöglichkeiten gibt. Bei allem, was die Tess angeht, gibt es keine. Da gibt es nur An/aus. – Beschäftigung mit ihr an/Beschäftigung mit ihr aus. Begehren/Nicht-Begehren. – Auf ihrer Seite: Licht an/Licht aus. Vorhang auf/Vorhang zu. – Ihre Zeichensprache letztlich ein System von Lob oder Tadel, Zustimmung oder Ablehnung, Billigung oder Missbilligung, habe ich heute Früh gedacht. Hinterher gleich selbstkritisch: Zumindest nehme ich es so wahr. – Gibt es noch eine andere Möglichkeit, es wahrzunehmen? – Für mich nicht. – Die Blödsinnigkeit dieses Szenarios, die ich empfinde in meiner Unzufriedenheit. – Der Text, der schon wieder Protokoll von innerem Geschwätz ist. Seit Tagen schon diese Art von Text. Wenn es das ist, was ich in Das innere Biest mache, nur das, dann kann ich darauf verzichten. Dann war es nur ein Experiment und es ist misslungen. – Liegt es an dem Tess-Thema? – Daran, dass es nichts mehr zu tun gibt? – Keine Hoffnung, keine Erwartung, nichts zu erreichen. Nur etwas zu verlieren: das Gefühl der Verbundenheit und das Brüten darüber. – Damit das hier nicht ganz umsonst war, schnell noch eine Erkenntnis: Zugleich aufgeben und weitermachen geht nicht. Weitermachen ohne Hoffnung und Erwartung geht nicht. Also? – Beharren. – Wie sie. Das gibt es nämlich auch noch auf ihrer Seite, neben dem Lob und dem Tadel, der Billigung und der Missbilligung, der Zustimmung und der Ablehnung: ihr Beharren. Solange sie damit nicht aufhört, kann ich auch nicht aufhören, habe ich noch einen Rest Hoffnung und Erwartung. – Alles hängt von ihr ab. – Also warte ich ab, was sie macht, und mache selbst nichts. Nicht mal mehr Gedanken mache ich mir. - Auch nicht darüber, warum sie so beharrlich ist. Ich warte ab, bis sie es mir sagt oder es sich zeigt. Sagt sie es mir nicht, zeigt es sich nicht, werde ich es nie erfahren. Mit Denken werde ich es nicht herausfinden. Alles, was ich tun kann ist abwarten und aufhören darüber nachzudenken.
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