Freitag, 18. Februar 2011

Beobachtung

Die Lächerlichkeitsvermutung beim Post Widerspruch. Dass die Leser ihn lächerlich finden könnten, darauf komme ich nur, weil ich ihn selbst für lächerlich halte. Doch lächerlich ist nicht das, worum es geht in dem Post, sondern die Gedanken sind lächerlich, die ich mir über mein Dilemma mache. Der Besinnungsaufsatz als Versuch, dem Dilemma zu entkommen, ist lächerlich. – Statt mir Gedanken zu machen im Text, mich beim Gedankenmachen beobachten. – Was gibt es heute? – Den Impuls, einen Schnitt zu machen. Schluss, aus. Nicht mehr rübergucken auf die andere Straßenseite. Mich nicht mehr fragen, was wollte die Tess mir zeigen, als sie gestern Morgen um 6 Uhr, bevor ich schwimmen ging, ihr Dachlukenlicht eingeschaltet hat? - Mir nicht wie gestern Abend überlegen, soll ich ihr schreiben? Wo sie doch, wie es aussieht, gar nicht da ist – ausgegangen und wahrscheinlich verbringt sie die Nacht anderswo. Ihr gar nicht mehr schreiben. Vorläufig. – Dagegen: Wie oft habe ich das schon gedacht, gemacht und bald darauf habe ich ihr wieder geschrieben, wieder ständig rüber geschaut, mir wieder Gedanken gemacht, ob sie da ist, und es hat mir die Stimmung verdorben, wenn sie nicht da war. – Deshalb nicht mich abwenden. Kein Schnitt. In der Situation bleiben. Die Veränderung in der Situation suchen. Statt auszubrechen und schon nach ein paar Tagen wieder eingefangen zu werden von den Gefühlen, von denen ich glaubte, mich über sie hinwegsetzen zu können. – Klingt geschickt, kann aber auch einfach nur sein: List des Loops. – Und der Text? - Der ist immer noch mehr Gedankenmachen, als mich beim Gedankenmachen beobachten. Ich muss das noch üben. - Genau so wie die Anwendung meiner im Privaten entwickelten Methode der empathisch-paranoischen Imagination auf die Öffentlichkeit. Heute im Post Dinner. Ein Anfang. Das muss noch viel freier werden. Immerhin ist mir mal wieder ein Gedankenflucht-Text gelungen.

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