Montag, 14. Februar 2011
Deutsch
Das innere Biest ist nicht zuverlässig täglich. Siehe gestern, als der Post für Biest zu Biest so aufwendig war, dass ich zu nichts anderem mehr gekommen bin. – Was mache ich heute? – Weiter mit meinem Roman, der gestern so anstrengend war? – Oder zur Entspannung was ganz anderes? – Was über den langen FAZ-Text von letztem Donnerstag zur Eröffnung der Berlinale: Das System? - Das System ist der deutsche Kinofilm, aus dem nichts wird. Warum nicht? will der Artikel der drei FAZ-Schreiber wissen. Einer der Autoren ist Claudius Seidl. Am Ende des Artikels ein echter Seidl: Nicht immer sind Kinobilder die größten, die komplexesten und genauesten Selbstporträts einer Zeit und einer Gesellschaft. Aber wenn wir ins Kino gehen, sehen wir uns selber zu. Das sollte die Blicke prägen. Und die Urteile. – Damit will er umschreiben, was die Kritik leisten kann, damit das deutsche Kino mutiger, lebendiger, wichtiger wird. So bestimmt nicht. – In seiner in The New Yorker höhnisch belächelten Rezension von The Social Network hatte er geschrieben: Das ist, was ich sehe, wenn ich mein Facebook öffne - ein egozentrisches Universum, in welchem ein höheres Wesen absolut nicht vorgesehen ist. – Als die jungen Facebook-Nutzer in Ägypten ihr Facebook geöffnet haben, da haben sie die Seite von Wael Ghonim gesehen und hinterher sind sie auf die Straße gegangen und haben einen Tyrannen gestürzt. – Deutsches Kino. Es kann nicht jeder alles können. Es gibt nichts Ungeileres als einen deutschen Pornofilm. Das wäre meine erste Zeile zu einem Post über das deutsche Kino. Um von da aus zu dem zu kommen, was dem deutschen Kino fehlt. Ich weiß es auch nicht so genau; vielleicht würde ich in dem Text ein paar überraschende Funde machen. Ausgehend von der Tatsache, dass deutsche Pornos fundamental ungeil sind. Also dass im Unterschied etwa zu amerikanischen, französischen, italienischen Produktionen deutsche Pornoproduzenten es nur auf dem Niveau von Der Schuh des Manitu oder von Otto-Filmen schaffen, die Bedürfnisse masturbierender Männer zu befriedigen. – Aber ich merke es schon: das wird wieder verwickelt, und anstrengen will ich mich heute nicht allzu sehr. – Dann habe ich noch einen Hinweis aus der aktuellen popbitch auf die Tiersexfilme von Isabella Rossellini. Green Porno heißt das Projekt. Das ist mit dem Porno-Ansatz zum Verstehen, warum deutsche Kino-Filme nichts taugen, nicht einmal assoziativ verknüpft. Das ist einfach nur ein Fund von gestern, der nach Spaß beim Schreiben aussieht. Allerdings auch aufwendig. Denn erst mal muss ich mir alle acht Filme ansehen. Und habe ich dazu heute Lust? – Lieber will ich mir heute Abend The Social Network auf DVD anschauen. Gestern ausgeliehen und nicht mehr dazu gekommen, weil ich so lange an der Überarbeitung des Posts gesessen habe. Deshalb nichts schreiben, an dem ich heute Abend wieder so lange sitze. – Gut wäre eine Beobachtung. Am besten etwas, bei dem ich mich nicht gleich wieder verkeile in dem Roman meiner selbst. Zum Potsdamer Platz gehen und Berlinale-Betrieb angucken? – Das mache ich.
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