Mittwoch, 22. Juni 2011

Fall

Wiederholung. Wie letzte Woche: Erst Kunst in der Belziger Straße, danach Polizei im Laden von Sülo und Sinan. Dort gestern der KOB vom Bülowbogen. – Ist der Laden hier euer Treffpunkt? frage ich. Er: Für mich nicht. Mit den Kollegen kann ich auf dem Revier reden. Hierher kommt er, um das Schutzgeld einzutreiben (Witz) und danach noch mit Sinan und Sülo zu quatschen. Und: Um sich seinen Stoff zu kaufen für seine E-Zigarette. Giftreduktion auf das, worauf es ankommt: auf das Nikotin. - Geht das los? Befriedigt das? – Auf jeden Fall ist es gesünder. Ich rauche nämlich schon seit mehreren Jahrzehnten. – So alt sind Sie doch noch gar nicht. – 42. Und mit dem Rauchen angefangen mit 13. – Oh! – Ja. – Frage, ob er sich mit mir mal treffen will, um mir von seinem Dienst als KOB zu erzählen. – Macht er. Aber das, was ich mir vorstelle, dass ich ihn mal begleite, wenn er unterwegs ist in seinem Kontaktbereich, das geht gleich aus mehreren Gründen nicht. Wegen der Vertraulichkeit, denn die ist nicht gegeben, wenn eine Person in seiner Begleitung ist, die die Leute, die ihn ansprechen (sich ihm anvertrauen), nicht kennen und nicht einordnen können. Und wegen meiner Sicherheit nicht und der Verantwortung, die er für meine Sicherheit hat, wenn ich ihn begleite. Das leuchtet mir ein, habe ich mir schon halb gedacht, enttäuscht bin ich trotzdem, habe nun aber auch schon einen ersten kurzen Einblick gekriegt in die KOB-Arbeit: sie ist nicht ungefährlich, es kann kritische Momente geben, zumindest in einem Kontaktbereich wie dem seinen. Anders als in dem Kontaktbereich, in dem ich wohne. Da sehe ich an Personen, von denen eine Gefahr ausgeht, eigentlich nur mich mit meiner hemmungslosen Neugier und meine Nachbarn auf der Dachgeschossebene. Gähn. Also streng genommen nur mich. – Der Fall der Nachbarn ermüdet mich. Wenn meine verschlüsselte Botschaft von gestern angekommen sein sollte und das Rumgezaubere auf meinen Rechnern aufhört, habe ich gute Lust, die Akte bei den anderen unerledigten Fällen meines Lebens abzulegen. – Aber die Geschichte ist doch noch nicht zu Ende erzählt! - Gähn. Könnte ich sie nicht zu Ende erzählen, indem ich eine andere, weniger ermüdende Geschichte beginne? Eine Möglichkeit. Die andere: Keine andere Möglichkeit. Nur noch der Satz meines Vorbilds Dr. Hunter S. Thompson: Never mind the story. It will take care of itself.     

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