Freitag, 17. Juni 2011

Detektive

… und dann bin ich gestern noch im Laden von Sülo und Sinan mit dem Polizisten ins Gespräch gekommen, der dort häufiger anzutreffen ist. Kontaktbereichsbeamter (KOB) am Nollendorfplatz, allerdings nicht Vollzeit, zweimal in der Woche muss er Streife fahren (Funkwagen, wie er es nennt) und Verpflichtungen auf dem Revier hat er außerdem noch. Die Gelegenheit genutzt, um das Thema KOB einzufädeln. Seinen Namen und eine Telefonnummer mir geben lassen, über die ich auch an den KOB herankomme, der für mich, also für meine Straße, zuständig ist. Kontakt mit dem KOB vom Nollendorfplatz Mitte nächster Woche. Er ist sehr kooperativ, kann sich nur noch nicht vorstellen, was ich von ihm will. – Was will ich? – Meine Sympathie für die Berliner Polizei zeigen. Herausfinden, was ein KOB macht – und erlebt. Mit seinen Augen auf Schöneberg schauen (auf den Kiez am Nollendorfplatz auch mit der Erinnerung daran, dass der ein Schauplatz von Emil und die Detektive ist). Und dann erzählen von meiner Nachbarschaftsgeschichte, die mir schon so viel Freude gemacht hat in meinem Leben, nicht nur Leid bereitet - das wäre ungerecht und undankbar, wenn ich das so darstellen würde -, mit der ich aber inzwischen auch meine liebe Not habe, weil es mir allmählich auf den Sack geht das Eingehacktsein der Frau von gegenüber, von der ich immer weniger weiß, was sie will, und ihres eifersüchtigen Ehemannes, mit dem ich mir noch so viel Mühe geben kann, ihn zu seinen Gunsten zu sehen und zu verstehen, der Mann ist mir beklemmend. Nur erzählen und fragen, was macht man denn in einem solchen Fall; man will ja auch keine falschen Beschuldigungen erheben. So. Die ganze mittlerweile ins Epische gewachsene Liebes- und Gespenstergeschichte einem Gesprächspartner erzählen, für den von Berufs wegen nur Sachverhalte und Tatbestände zählen. Alleine schon das wahrscheinlich bewusstseinserweiternd. Und wenn ich Glück habe, gibt er mir noch einen Rat, sagt mir etwas, auf das ich selbst nie gekommen wäre. Vorher aber die harte Arbeit für mich, die Geschichte KOBgerecht zu erzählen. Dem mich aussetzen. Das ist die Idee. Abhängig allerdings davon, in was für ein Gespräch ich komme mit dem KOB vom Nollendorfplatz und mit seinem Kollegen, der für mich zuständig ist und – dem Vernehmen nach – schon ein älterer Mann sein soll. Am Ende vielleicht in meinen Alter. Ich bin auch ein älterer Mann. Ich muss es mir immer wieder sagen. Denn so oft kann ich gar nicht in den Spiegel schauen, um es zu glauben.

Bei alldem die Frage, ob der ganze Aktionismus der gesuchte Weg ist, um mich glücklich zu machen. Mein Gefühl hat seit gestern Abend schon mehrmals nein gesagt. Es stimmt etwas nicht. Es droht mir etwas verloren zu gehen. Es fehlt mir jetzt schon. Ich weiß, was es ist. Doch ich behalte es für mich. Denn ich will es nicht glauben, dass es verloren geht.  

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