Montag, 3. Oktober 2011

Mansteinstraße

Über die Zwinger-Galerie und Werner Müller, das ist so schwurbelig geworden, weil ich vor dem Schreiben den Tagesspiegel-Artikel gelesen hatte und dann meinte, mich öffentlich schütteln zu müssen (Brrrrrr!) wegen der scheußlichen Schönekreuz-Wortbildung; allein das schon ein Blödsinn, aber ich kam nicht los davon, denn irgendeinen Einstieg brauchte ich und den authentischen wollte ich nicht nehmen. Der wäre das gewesen, was mir Werner Müller über die Mansteinstraße erzählt hat: über den sozialen Stress in der Straße, den es gab mit den Bewohnern des besetzten Hauses (sie wollten den Kiez beleben und am Ende haben sie die alten Leute aus der Straße vertrieben mit dem Lärm, den sie nachts gemacht haben) und über den Drogenmarkt, der sich um die türkischen Cafés herum in der Strasse breitgemacht hatte, was ich schon von meinem Schutzmann wusste. Mittlerweile der Drogenmarkt (ein Grass-, also ein Marihuana-Markt) aufgelöst, die Hausbesetzung legalisiert, die ehemaligen Besetzer inzwischen beruhigt, die Straße erholt sich, ein Computer-Laden hat eröffnet, an der Ecke ein Waffenladen und als Tüpfelchen auf dem i nun die schnieke weiße Zwinger Galerie. Über den sozialen Prozess, der dahin führte, wollte ich noch mehr in Erfahrung bringen, um ein andermal darüber zu schreiben, dann nur über die Mansteinstraße. Deshalb habe ich gestern weggelassen, was im Gespräch mit Werner Müller die Hauptsache war. Aus Geiz. Und die Strafe dafür war das Geschwurbel und ist jetzt, dass ich denke: Was soll ich da eigentlich erzählen, wenn es nur um die Mansteinstraße geht? Die Chronik der Mansteinstraße? Habe ich nichts Besseres zu tun? 

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