Telefoniert mit Taewoo gestern Vormittag wegen des genauen Wortlauts des Schwein/Fisch-Witzes. Der Umgang dabei, wie der Taewoo ist, mit wem ich es da zu tun habe. Gleich gedacht und nachmittags dann noch ein paar Mal erinnert: Hat der geglaubt, dass meine Frage nach dem Witz nur Vorwand ist und ich will ihn anpumpen. Gedacht, weil er so unnatürlich sofort darauf zu sprechen kam, dass er mal wieder arbeiten gehen müsse; er habe kein Material mehr (Geld meinte er damit). – Der kleine Pisser, wie kommt er darauf, dass ich ihn anpumpen könnte! – Die Aggressivität mit dem kleinen Pisser unpassend, Zitat einer Emotionalität, die ich augenblicklich gar nicht habe. Der Verdacht möglicherweise eine Projektion. Unbegründet allerdings nicht: Als ich einmal auf die Frage, wie es mir geht, auf Geldschwierigkeiten hinwies, wie er da auch viel zu schnell von den eigenen Geldschwierigkeiten sprach. – Was so ein Erlebnis (Telefonat mit Taewoo) zurücklässt. - Die Überweisung von der Gönnerin noch nicht auf dem Konto; kommt sie gar nicht; was ist passiert? - Anruf, sie auf dem Sprung. Sie habe überwiesen. Aber jetzt kann sie nicht telefonieren. Draußen wartet das Taxi. Sie muss zum Arzt. Den denkbar falschen Moment erwischt. Oder bin ich gerade abgewimmelt worden? Kein zwingender Grund, das zu glauben. Das jetzt wirklich Projektion. Hoffe ich. Trotzdem: Was so ein Erlebnis zurücklässt. – Der dritte Absatz im Text von gestern. Alles wahr und deshalb nicht unzart. Aber die Gedanken hinterher. Die Hardcore-Fassung von: eine Liebesheldin ist sie nicht; aber ich verstehe, dass sie zuerst an ihre Versorgung denken muss. Hardcore-Fassung: Wenn ich irgendwann wieder Geld haben sollte, wenn sie dann zu mir kommt, wie soll sich das dann anfühlen? Alleine schon deshalb, weil es dann viel Geld und sicheres Geld sein muss, denn ist im anderen Fall nicht zu fürchten, dass sie dann auch ganz schnell wieder weg ist? Was solche Gedanken zurücklassen. – Kalte Kippen auf den Lippen und in den Herzen Asche. – Am Nachmittag schlechteste Laune des Jahres und jeder zu bemitleiden, der es mit mir zu tun kriegte. Die Frau vor mir am Straßenrand in der Hohenstaufenstraße, die erschrickt, als sie mich dicht hinter sich bemerkt. – Sie: Jetzt bin ich aber erschrocken. – Ich: Vor mir müssen Sie nicht erschrecken. – Gesagt in einem Ton, dass es zum Erschrecken war. – Die schlechte Laune und bei allen Anlässen dazu Geld, Geld, Geld.
Nicht denken, handeln! – Heute das mit Taewoo aufgreifen? – Seine Fähigkeit, mich so aufzubringen, dass ich spucke vor Zorn. – Die SMS damals: Warum lässt du dir nicht ein paar hübsche Titten machen und eine kleine Muschi, die zu dir passt. – Er beleidigt. So war es gedacht. – Ein halbes Jahr später, wie er Format gezeigt hat bei der Versöhnung. – Das Telefongespräch. Meine Gedanken. Projektion. Erinnerung an die SMS, die Versöhnung, sein Format. – Illustration zum Thema: Jemanden nehmen wie er ist. – Realismus jenseits der Dramatisierung. Und wieder etwas, das schwer zu fassen ist: Ich will gar nicht mehr Menschen in meiner Nähe haben. Es fehlt mir nur einer.
Der Text ist vom Vormittag. Post über Taewoo - Zicke - nun mit einem ganz anderen Ende als ihn nehmen wie er ist. Nicht weise, aber wahrhaftig. Die psychologisierende Version der SMS von damals. - Im Text ein logischer Fehler? Wenn er zurückweicht, weil er mich immer noch als jemanden sieht, der sich um ihn bemüht, dann ist er keine Zicke. - Die Passage streichen oder die Ironie deutlich machen? Abwarten, wie es sich morgen liest.