Freitag, 9. Dezember 2011

Schwingungen

Wenn es nach mir geht, machen wir weiter an der Stelle, an der wir uns das letzte Mal gut verstanden haben, oder wir fangen noch mal von vorne an, wenn sie nicht darüber hinweg kommt, was ich über sie geschrieben habe in einem Wochen zurück liegenden Posting, ohne dass sie darin für andere erkennbar gewesen ist. Sie war enttäuscht davon, wie ich sie wahrgenommen habe und dass ich ihr meine Wahrnehmung nicht gesagt hatte, sondern darüber geschrieben habe in einem Text, mit dem ich viel Freude hatte, weil beim Schreiben eine Komödienleichtigkeit entstanden ist, welche die Originalszene so nicht hatte, und alleine schon deshalb habe ich ihr gesagt, sie soll sich das Geschriebene nicht so zu Herzen nehmen: die Person in dem Text sei nicht sie, es sei eine Spielfigur, welche die Komödie, die ich mit ihr in meinem Bewusstsein aufgeführt habe, aus ihrer realen Person gemacht hat. Ich weiß, dass diese pingelige Beschreibung öde ist, das muss aber sein, um bloß nicht gleich wieder so eine Mail von ihr zu kriegen, in der ihr Humor und ihre Lockerheit wie abgeschaltet sind und ich mir beim Durchlesen nur noch überlege, was muss ich tun, um nie wieder so eine Mail zu bekommen. Doch trotz meiner Unkonzentriertheit gelingt es ihren  Mails mich runterzuziehen und am schlimmsten war das bei ihrer letzten Mail, die mir an einem Abend ein so schlechtes Gefühl gemacht hat, dass es noch für den nächsten Morgen reichte. Was für eine Energie! Zugleich natürlich auch bei mir eine Empfänglichkeit für ihre schlechten Schwingungen, sonst könnte sie das nicht mit mir machen. Frage allerdings, wie lange. So groß kann keine Sympathie sein, dass sich ein Mensch dem freiwillig  aussetzt. Als ich sie gestern besucht habe und merkte, dass sie so weiter macht wie in ihrer letzten Mail, der schlimmsten von allen, bin ich deshalb aufgestanden und gegangen. Mit der Ankündigung, zu einer verabredeten gemeinsamen Unternehmung in den nächsten Tagen wieder zu kommen. Und das ist einer der Gründe, warum die schlechten Schwingungen von gestern bis jetzt anhalten: weil ich nun in den nächsten Tagen schon entscheiden muss, ob ich sage, nein, das gebe ich mir nicht noch einmal so ein nachtragendes Verhalten, oder ob ich mir einrede, dass sie vielleicht nur einen schlechten Tag gehabt hat, und beim nächsten Mal kriegen wir das schon wieder hin. Während ich ohne die Verabredung das schlimme Erlebnis von gestern schnell vergessen könnte und danach würde sich zeigen, ob ich noch einmal auf sie zugehen will oder ob ich demnächst einen Schlussbericht schreibe und vielleicht nicht einmal das. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen