Dienstag, 20. Dezember 2011

Meere und Flüsse

Wie oft hat er das schon gesagt um 6.30 Uhr? Zehn-, zwanzigmal? – Der freundliche Kassierer wartet nicht, bis ich mich gemeldet habe, meldet sich auch selbst nicht mit Namen, sondern sagt sofort, nachdem er das Telefon abgenommen hat: Das Hallenbad bleibt heute wegen einer Betriebsstörung geschlossen. Morgen ist es wieder zu den üblichen Zeiten geöffnet. – Ich sage so was wie: Ach ja. Worauf er sagt: Wir hatten gestern nämlich eine Havarie. – Ich weiß, ich war ja da und deshalb rufe ich jetzt vorsichtshalber an, sage ich und nun erkennt der Kassierer mich an meiner Stimme und wir sprechen auf unsere vertraute Art. – WIR HATTEN NÄMLICH GESTERN EINE HAVARIE. Wahrscheinlich eine angemessene Wortwahl für einen Maschinenschaden in einem Hallenbad. Trotzdem ungewöhnlich. Der Kassierer ist schon was Besonderes. 

Das Reisebüro auf der Ecke Augsburger- / Nürnbergerstraße ist mir letzte Woche schon aufgefallen, heute habe ich es fotografiert. Wegen des assoziativen Zusammenhangs mit der Havarie-Wortwahl des Kassierers? Geständnis: Ich war so leer in diesem Moment und ohne Hoffnung, das jemals wieder ändern zu können, dass ich voller Sehnsucht zu dem Transparent des Reiseladens geschaut habe. Aber erstens: kein Geld. Und in dem Fall zum Glück. Denn zweitens: siehe Bildunterschrift.  

13:51   Keine Lösung!

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