Tag (Etikett) für Gemeinde? Welcher Kategorie des Index soll ich das Posting zuordnen? – Klatsch ist es nicht. Porträtiert wird auch niemand. Geld ist im Spiel, aber nicht das Thema. Ich stehe wie immer im Mittelpunkt, aber nur technisch, ich bin nicht das Thema. Was ist das Thema? – Tatsachenroman? Also tag Roman? – Die Kategorie Roman in der Wolke bezieht sich auf einen bestimmten Roman. Wenn jetzt ein anderer Roman beginnen würde, dann bräuchte der seine eigene Kategorie. Tatsachenroman als Kategorie? Bloß nicht! – Was wäre das Thema des Romans? – Was auch das eigentliche Thema des Postings von gestern ist und sein Titel: Gemeinde. Kleine Gemeinde. Sehr kleine Gemeinde. So klein, dass sie mehr Möglichkeit ist als Realität. Gerade erst fängt sie an sich zu entwickeln, kann auch ganz schnell sich wieder auflösen und was dann übrig bleibt ist eine Vertraute und ein Wunsch, ein Plan. Immerhin eine Vertraute und ein Plan, der ein guter Plan ist: Wenn es keine Gemeinschaft gibt, zu der ich gehören möchte, dann schaffe ich mir selbst eine. Denn ohne Gemeinschaft möchte ich nicht leben. Aber mit dem Schaffen einer Gemeinschaft kenne ich mich nicht aus. Klar, dass ich mich dabei erst einmal unbeholfen anstelle und täppisch und unbedacht verhalte. Zu bedacht will ich aber nicht sein. Das nimmt mir die Freiheit, zu schreiben gerade so, wie es mir einfällt. Der Blog ist ein Ort vollkommener Freiheit, habe ich gestern zu Birgit gesagt. Das steht über allem, noch über dem Wunsch, eine Gemeinde zu haben. Muss es auch, denn ohne die Freiheit kann ich den anderen nichts geben, was sie anderswo nicht genau so gut, sogar besser bekommen. Die Freiheit ist der Grund der Ehrlichkeit gegenüber anderen und, noch wichtiger, der Ehrlichkeit gegenüber mir selbst. So sieht das auch Birgit, die den Blog gut findet wegen der darin gelebten Ehrlichkeit und die dann eine Geschichte erzählt hat, wie sie vom Lesen des Blogs darauf gebracht wurde, sich in einem Streit mit einem Geschäftspartner anders zu verhalten als sonst; so, dass sie ihre Zickigkeit erkannt und sich eingestanden hat und damit aus dem Streit etwas anderes machen konnte, als sonst aus ihm geworden wäre. – Aber, hat Birgit dann gefragt, was wird aus deiner Ehrlichkeit, wenn du Rücksicht auf Sponsoren nehmen musst; was doch gar nicht ausbleiben kann? - Stimmt. Wobei die größte Gefahr gar nicht ist, dass die Unterstützer mir reinreden, sondern dass ich das selbst mache, indem ich beim Gedanken an die Sponsoren mir Beschränkungen auferlege. Selbstzensur. Und dann ist es vorbei mit dem Ort vollkommener Freiheit. Dann ist der Blog so wie alles ist und dann kann ich es genau so gut lassen. - So habe ich daher geredet und währenddessen habe ich mir eine Antwort überlegt auf Birgits Frage. Antwort: Dass es zu einer Beschränkung der Freiheit im Blog kommt aus Rücksicht auf die Sponsoren kann ich verhindern, indem ich mich nur mit Sponsoren einlasse, denen wie dir klar ist, worum es in dem Blog geht, und die das nicht nur tolerieren, aber dann eines Tages vielleicht auch nicht mehr, sondern die eben das wollen, dass es diese Freiheit gibt und diese Ehrlichkeit, und die deshalb den Blog unterstützen. – So ungefähr, aber genau mit diesem Pathos habe ich es gesagt gestern zu Birgit. Und heute sehe ich es noch immer so, nur dass heute eben das … . Schnitt. Was heute passiert ist, das ist mir noch nicht klar. Mehr, wenn ich weiß, was daraus folgt. Vielleicht nichts.
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