Freitag, 10. Juni 2011
Gedankenspiel
Gestern zur gequetschten Hand noch das Unbehagen über das Posting vom Vortag. Überflüssig kommt es mir vor. Den Nachbarmoment am Morgen hätte ich auch beiläufig oder später erwähnen können, wenn es mehr zu berichten gibt von der Gespensterjagd. Anlass für das Posting war der numerische, dass es das 400. Posting war und ich denke, dass das Gespenst auf so etwas achtet, und ich ihm eine Freude machen wollte damit, dass ich ihm, dem Gespenst, dieses Posting widme. Aber am Ende ging es dann mehr um den Nachbarn als um das Gespenst. Diplomatische Note ist es geworden, an den Nachbarn gerichtet, um mitzuteilen, was ich unbedingt mal klarstellen wollte: ich weiß doch gar nichts über Sie, also machen Sie sich nichts aus meinen Bösartigkeiten. Alles nur Fiktion. Sie wissen es. Die Leser können es sich denken. Und das Wenige, was ich an Fakten über Sie habe, das kommuniziere ich nicht im Blog. Für den ist nur relevant, dass es in Ihrer Wohnung spukt. Was wiederum nur ein Gedankenspiel ist. Aber vielleicht hilft es uns bei der Verständigung. – Unzufrieden mit dem Posting Ghostbuster(s) auch wegen des Gefühls, es mit dem Gedankenspiel übertrieben und die Leser damit irritiert zu haben. In der Folge Bedürfnis nach Erdung. Recherche im Fotoladen und in der Galerie für junge Künstler. Und Zurückstufung der Gespensterjagd: mein seltsames Privatleben. Das und nicht mehr ist es und zweimal darüber posten an aufeinander folgenden Tagen ist ein Mal zuviel. Deshalb das Unbehagen. Und dann mehr Erdung, als nötig gewesen wäre, mit dem Händedruck. Hand zum Glück heute wieder gut.
Mittwoch, 8. Juni 2011
Krampf
Es prickelt wieder. Nach dem Gelulle, der Lähmung, der Langweiligkeit und dem Krampf, den ich mir gestern zugezogen habe, als ich in der Bibliothek saß und einen Brief formuliert habe an den Professor, um ihn zu posten unter der Überschrift Krampf im WordPress-Blog. Das war mein Tiefpunkt. Da musste ich hin, um mich wieder aufzurappeln. Um zu erkennen, dass ich mal wieder zum Opfer meiner Zwanghaftigkeit werde: der neue Blog ist eingerichtet, jetzt muss auch gebloggt werden, am besten täglich. Vor allem aber musste ich kapieren, dass ich mich nur sinnlos beschäftige mit dem Briefeschreiben an den Professor, dass ich nichts erreichen werde, nur anrennen werde gegen eine Wand oder – das Bild, das ich im Briefentwurf verwendet habe – nur zappeln werde an dem ausgestreckten Arm, mit dem er mich auf Distanz hält. Doch um das einzusehen, musste ich es machen, den Brief schreiben. Ich gebe ihn hier komplett wieder, lang ist er nicht und er bricht ab an der Stelle, an der ich gemerkt habe, dass es so nicht geht, und gerade angesetzt habe zur Kurve in die richtige Richtung, die ich allerdings erst beim Schreiben von Neumond gekriegt habe, als ich dann meinen persönlichen Neumond hatte. Danke, Hila! - Der astronomische Neumond war bereits am 1. Juni (22:02:40). Vollmond wird am 15. Juni sein. Das kann wieder was werden! Juni-Vollmond und wieder: you saw me standing alone/ without a love of my own … . Werde ich das bis dahin ändern können? Bloß zum Elend mir nicht auch noch Druck machen. Den macht der Mond schon von alleine. Vor dem Mond kann man sich nicht verstecken. Bitter. Bitter Moon. Toller Polanski-Film. War mal der Anfang einer Liebe, als ich den gesehen habe im Kino zusammen mit einer Frau, von der ich glaubte, das ist sie jetzt meine Frau. Sie war die erste und einzige Frau in meinem Leben, die mir einen Heiratsantrag gemacht hat. Ich habe ihn angenommen. Es ist nichts daraus geworden. Zum Glück. Ihrem und meinem.
Hier der Text des Krampf-Briefes:
¾ÕþºÁшGP1Ê ¦¤ÁZ¢Oh»ÔÕüõm)YE¦¹®J–€®š¨Š)ÈÕ¶êûÕU§,2\Noƒ‰1iµ\žÍf§³‹STãòùõõuÙ½]-PŽøx_Uùê÷ªñM‘ÝÆ)«œ]–………… .
Text ist ein Open Office-Dokument, ich kann es nicht konvertieren, habe ich gerade festgestellt. Wenn ich wieder in der Bibliothek bin, fummle ich es Word-gerecht um und stelle den Text in den nächsten Tagen hier nachträglich rein.
Hier der Text des Krampf-Briefes:
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Text ist ein Open Office-Dokument, ich kann es nicht konvertieren, habe ich gerade festgestellt. Wenn ich wieder in der Bibliothek bin, fummle ich es Word-gerecht um und stelle den Text in den nächsten Tagen hier nachträglich rein.
Montag, 6. Juni 2011
Briefe
Statusmeldung auf der Facebook-Seite von Biest zu Biest zum Posting von gestern. Was schreibe ich? – Etwas mit Perspektive. Es fällt mir kein Aufbruch-Satz ein, der nicht gekünstelt wäre. Ich schreibe: Eingelullt. Müde gespielt. - So steht es im Posting, so fühle ich mich immer noch. Was mache ich? – Er hat mich geschafft, wollte ich noch schreiben. Habe ich mir verkniffen, obwohl es sich auch gerade so anfühlt. Phrase: Was soll ich nur mit dir machen? – Was soll ich nur mit Ihnen machen, Herr Professor? – An ihn schreiben in BiestRedux. Notiz vom Samstag für einen Brief-Anfang. Ist das nicht etwas zu viel der Ehre für ihn, den Blog zu beginnen mit einem Text gerichtet an ihn, signalisieren damit, dass er die Hauptperson ist? Wird er doch gar nicht sein. Plan ist, den WordPress-Blog umzubenennen in BiestBriefe. Das Biest schreibt Briefe, jetzt an ihn, aber nur so lange, wie es nötig ist, um uns zu verständigen. Hoffentlich bald. Und danach wird es Briefe geben an andere Personen, hoffentlich dann auch mal an Personen außerhalb meiner kleinen Welt. Alle drei bereits existierenden Blogs habe ich begonnen mit Postings über sie aka Contessa aka Tess. BiestBriefe auch beginnen mit einem Text über sie = Brief an sie? Und danach erst an den Professor schreiben? Was habe ich ihr mitzuteilen? Gilt nicht immer noch, dass ich ihr nicht mehr schreiben werde, solange nicht, bis sie einen richtigen Namen hat? – Gilt. – Also doch zuerst an den Professor und damit zwar nicht an sie, aber über sie?
Szenenwechsel. Ich brauche dringend einen Szenenwechsel. Andere Situation. Andere Eindrücke. Aufwachen. Ich muss mich wieder wach kriegen. Dann Brief.
Weil mir den ganzen Morgen die Zeile mit The city´s full of story lines nicht aus dem Kopf gegangen ist, hier der Song von Sophie Hunger: Leave Me With The Monkeys. - Und da die kompletten lyrics. - Das scbönere Video: Leave Me With The Monkeys (Live in Berlin).
Weil mir den ganzen Morgen die Zeile mit The city´s full of story lines nicht aus dem Kopf gegangen ist, hier der Song von Sophie Hunger: Leave Me With The Monkeys. - Und da die kompletten lyrics. - Das scbönere Video: Leave Me With The Monkeys (Live in Berlin).
Sonntag, 5. Juni 2011
Lesarten
Void. Mein Textentwurf vom Januar als Mitteilung von ihr an mich. In der Situation des Donnerstagabends, 23. Mai. Beschrieben im Posting Interventionen. Dort behaupte ich, dass ich die Botschaft verstanden habe. Was habe ich verstanden? Und habe ich sie wirklich verstanden?
Intuitiv habe ich es so aufgenommen, dass sie mich damit an mein zärtliches, liebevolles Verhältnis zu ihr erinnert, wie es zum Ausdruck kommt in meiner Beschreibung ihrer zarten muskulösen Schenkel. Und dass sie hinweist auf ihre Schutzlosigkeit. Schutzlosigkeit, das Wort verwende ich zur Beschreibung davon, wie die Figur der Schwester, Linda, im Film erscheint. – Gelesen habe ich diesen Hinweis von ihr im Sinne von: ich bin schutzlos wie diese Linda, ausgeliefert und zugleich geborgen in der Situation, in der ich lebe hier. Schade mir nicht, indem du das zerstörst! – Das ist eine Interpretation aus dem Kontext, im Text selbst nur assoziativ festzumachen. Aber diese Lesart hat die Plausibilität des ersten Gedankens.
Der zweite Gedanke, erst am Ende des Abends gedacht: Will sie mir etwa sagen, dass sie mit dem Mann da drüben in einer inzestuösen Beziehung lebt? – Das im Text beschriebene enge Verhältnis von Schwester Linda und ihrem Bruder Oscar. Will sie mir damit eine Begründung geben dafür, warum der Nachbar sie versteckt? Versteckt nicht nur von mir, sondern überhaupt? Diese Vorstellung ist von großem epischen Reiz, ich habe sie deshalb auch noch weiter ausgesponnen. Ohne sie aber ernsthaft in Erwägung zu ziehen und abgetan mit dem Einwand: Sie und ihr Freund haben nicht die geringste Familienähnlichkeit.
Doch es ist nun mal so: Da drüben stimmt etwas nicht. Wie er sich verhielt, als er mich abgewimmelt hat bei meinem unangekündigten Besuch, mit dem ich ihm die Möglichkeit gegeben habe, ein für alle Mal klare Verhältnisse zu schaffen und mich damit los zu sein für immer – sein Verhalten dabei ist so bizarr gewesen, dass es nur zu erklären ist damit, dass er entweder etwas zu verbergen hat oder dass er ein extrem verschrobener Charakter ist, wogegen aber nicht nur mein Eindruck von ihm steht, sondern auch die Geschmeidigkeit, Alertheit, mit der er gelogen hat. - Aber könnte es nicht trotzdem so sein, dass es gar kein Geheimnis, nichts gibt, was er verbirgt? Dass nur mit ihm etwas nicht stimmt? In meinen Augen. Dass mir bizarr erscheint, was für ihn jedoch ein ganz selbstverständliches Verhalten ist: sich durchzusetzen nicht in offener Kommunikation, sondern manipulativ sein Ziel zu erreichen, mit einer Inszenierung. Und das Ziel ist: mich fernzuhalten von ihr. Was verständlich ist. Nur die Art und Weise irritiert. Mich.
Im Text ist von Inzest nicht einmal andeutungsweise die Rede. Inzest war eine Assoziation von mir. Doch wenn ich diese Assoziation habe, kann dann nicht sie die gleiche Assoziation haben? Und sie kann damit hindeuten auf etwas anderes, das im Verborgenen gehalten werden muss. Botschaft: Es gibt ein Geheimnis. Rühre nicht daran. Damit schadest du mir. Das kannst du nicht wollen, wenn du diese Zärtlichkeit für mich empfindest, mit der du über mich schreibst. - Erweiterung dessen, was ich mit dem ersten Gedanken verstanden habe. Ich neige zu dieser Lesart. Aber was ist dann das Geheimnis?
Bleibt im Text noch die Erzählung vom Tibetanischen Totenbuch, der Komplex Seelenwanderung, Reinkarnation. – Platt gedeutet: Will sie hinweisen auf eine Seelenverwandtschaft, die besteht zwischen ihr und mir – und damit zugleich eine Grenze markieren? – Als Seelenverwandte sind wir wie Schwester und Bruder. Aber da wir wie Schwester und Bruder sind, darf es für unsere Liebe keine Erfüllung geben. Lesart in meinem Interesse. Alternative Lesart: Sie bezieht die Seelenverwandtschaft nicht auf mich, sondern auf ihren Freund. Sie erklärt mir, dass sie nicht nur Schutz bei ihm findet, sondern mit ihm verbunden ist mit der gleichen Unzertrennlichkeit wie die Geschwister im Film, die nur Oscars Tod trennen kann. Ich neige nicht zu dieser Lesart. Denn warum hat sie sich dann auf eine Geschichte mit mir eingelassen, die jetzt an dem Punkt angelangt ist, dass ich einen Text von mir als eine Botschaft von ihr erhalte und interpretiere? Einfacher formuliert: Warum hat sie sich dann auf die heimliche Romanze mit mir eingelassen?
Schließlich: Oscar wird getötet, erschossen von der Polizei auf der Toilette eines Club. Der geliebte Bruder Lindas, mit der ich sie identifiziert habe und mit der sie nicht nur die langen dünnen Beine gemeinsam hat, sondern auch die Schutzlosigkeit. – Wenn sie Linda ist, dann bin ich Oscar, und Oscar wird getötet. Also eine Warnung? – Wieder: Das schließe ich – intuitiv – aus. Zugleich verspreche ich, noch ein bisschen mehr auf mich aufzupassen als sonst.
Habe ich etwas übersehen? – Hier ist er noch mal der Text. Mein Text vom Januar, mir jetzt zugespielt von ihr als Mitteilung an mich. Bitte lesen und verstehen! – Die Kommentarfunktion ist offen. Und alle können kommentieren, auch Gespenster und Namenlose.
Void
Die Tess hat lange schlanke Beine. Ihre Oberschenkel sind muskulös. Auf eine zarte Art muskulös. Wenn sie nicht muskulös wären, dann wären ihre Oberschenkel dünn. Entweder die Tess macht einen Sport oder hat einen Sport gemacht, bei dem sie diese muskulösen Oberschenkel bekommen hat. Oder sie hat sie sich gezielt antrainiert (body shaping), weil ihr ihre dünnen Oberschenkel nicht gefallen haben. Weil sie nicht so lange dünne Beine haben wollte wie Linda, Schwester von Oscar, in dem Film Enter the Void, von Gaspar Noé, gestern Abend gesehen auf DVD. Die langen dünnen Beine Lindas ein key visual des Films. Immer wieder Lindas nackte langen Beine mit den dünnen Oberschenkeln. Linda ohnehin die meiste Zeit halbnackt zu sehen in dem Film. Deshalb, weil sie als Tänzerin in einem Nachtclub arbeitet. Aber auch, um uns ihre Schutzlosigkeit spüren zu lassen. – Plot: Geschichte von Oscar und Linda, Geschwistern, die sich als Kinder versprochen haben, immer zusammen bleiben, nach dem Tod der Eltern getrennt voneinander in Waisenhäusern aufwachsen, viele Jahre später in Tokio wieder zusammen kommen und ihren Treue-Pakt erneuern. Doch dann wird Oscar schon nach … Minuten des Films auf der Toilette eines Clubs von der Polizei bei einem Drogengeschäft erschossen. Kurz vor seinem Tod spricht er mit seinem Freund Alex über Das tibetanische Totenbuch, das der Freund ihm geliehen hat. Oscar ist fasziniert von der Lektüre, aber da er sich ständig mit Drogen zuballert (DMT, Ecstasy, Kokain), fehlt es ihm auch an Konzentration. Deshalb lässt er sich die Quintessenz des Buches von seinem Freund noch mal erklären. Die Quintessenz des Tibetanischen Totenbuches ist eine präzise, detaillierte Vorstellung vom technischen Ablauf von Seelenwanderung. Davon, wie der Geist (spirit) den Körper nach dem Tod verlässt, darauf wie in einem Wunderspiegel (magic mirror) noch einmal sein ganzes Leben betrachtet und danach durch die Welt schwebt, bis er einen neuen Körper findet, in dem er sich reinkarieren kann. - Wie? – Indem er verschmilzt mit einem Leben, das gerade gezeugt wird. – Und das ist es in groben Zügen, was in den verbleibenden … Minuten von Enter the Void passiert, nachdem Oscars Körper zusammengekrümmt in einer Blutlache auf dem Boden der Toilette in dem Club liegt und sein Geist und wir mit ihm seinen Körper verlassen. Erst der Blick zurück auf sein Leben. Auf die Kindheit mit der Schwester und die Umstände ihrer Trennung. Schließlich Oscars Seelenwanderung durch Tokio, bis zu dem Moment, ... .
(hier endet das Textstück aus der Zwischenablage, der Originaltext geht noch weiter)
Freitag, 3. Juni 2011
Interventionen
Fortsetzung Guter Hacker, böser Hacker. Interventionen. Härteste Intervention ist, meine Rechner zum Absturz zu bringen. In letzter Konsequenz nicht zu beweisen, dass das durch einen Eingriff von außen geschehen ist. Rechner stürzen ab. Meine beiden Rechner haben sich allerdings immer durch große Systemstabilität ausgezeichnet. Plus: Die Abstürze passierten in Kontexten, in denen es so schien, dass die andere Seite etwas verhindern wollte oder ihr äußerstes Missfallen an einem Text, den ich gerade schrieb, zum Ausdruck brachte. Das ist nur wenige Male vorgekommen. Ich konnte es mir immer erklären. Neulich ist es passiert, als ich zum ersten Mal über den Fall Strauss-Kahn geschrieben habe; da konnte ich es mir nicht erklären. Andere Arten der Intervention. Eingriffe in den Text, den ich gerade schrieb. Das ist auch sehr selten vorgekommen. Zum ersten Mal, als ich eine Frage stellte im Text und dann stand plötzlich ein Wort da, das ich nicht getippt hatte, und es war auch unwahrscheinlich, dass es ein Tippfehler von mir war. Das Wort konnte gelesen werden als eine Antwort auf meine Frage. Die Antwort war allerdings so, dass ich daran gezweifelt habe, dass das vom guten Hacker (sie) kam und zum ersten Mal es für möglich gehalten habe, dass es eine zweite Person gibt, die sich einmischt. Die zweite Person ist (mutmaßlich) ihr Freund aka böser Hacker. - Eine weitere Art des Eingriffs in den Text: Es erscheinen Markierungen, die ich nicht vorgenommen haben und die einen Sinn ergeben zum Beispiel als Kommentare oder Warnungen oder Drohungen. In meinem Text steht: es wurde eine Grenze überschritten. Das erscheint nun als markiert und könnte bedeuten, dass die andere Seite meint: Du hast eine Grenze überschritten, also: Du hast zuerst eine Grenze überschritten (als Du bei uns vor der Tür gestanden hast und sie sprechen wolltest). Oder in meinem Text steht: es gibt andere Wege, sich zu verständigen. Eine Markierung, die nicht von mir vorgenommen wurde, erscheint bei: es gibt andere Wege. Das kann als eine Drohung verstanden werden. Diese Art der Intervention hat mich bestärkt in der Annahme, dass ihr Freund mitmischt. Denn diese Art der Intervention ist nicht ihr Stil. Ihr Stil ist die Intervention über die Zwischenablage. Word-Funktion Kopieren und Einfügen. Ich kopiere ein Textstück a, füge es an anderer Stelle ein und nun erscheint nicht das kopierte Textstück, sondern ein Textstück b. – Ich schreibe die Entwürfe für den Blog in Dateien, die heißen BlogText1, 2 oder 3. BlogText 3 ist zuletzt angewachsen bis auf mehr als 250 Seiten. Am Anfang der Datei standen also Texte, die ich Monate zuvor geschrieben hatte. Der erste Text in der Datei war der Entwurf zu einem Text über den Film Void (vom 14. 1. 2011), den ich dann aber nicht gepostet habe, nur auszugsweise zitiert habe ich ihm im Post des nächsten Tages, Leer. – Das zum Verständnis des Folgenden: einer Variante der Intervention über die Zwischenablage.
Am Donnerstag vergangener Woche habe ich am Abend das Posting Homestory 3 überarbeitet. Dazu gab es diese Fußnote (nur zur Orientierung und wegen der Vollständigkeit):
(*) Das Dachfensterlicht ist das zweite große Rätsel in der Geschichte: Wie schafft sie es, mit diesem Licht, das ein mit einer Zeitschaltuhr gekoppeltes Treppenhauslicht ist, so differenziert Zeichen zu geben? – Und es ist das Treppenhauslicht. Es gibt nur diese Glaskuppel auf dem Dach des Hauses, die sich über dem Treppenhaus befindet. Das habe ich mit Google Earth überprüft. Aber wenn das Licht das Treppenhauslicht ist, warum sehe ich es dann nicht häufiger? Zum Beispiel am frühen Abend im Winter. Fünf große Wohnungen gibt es in dem Haus. Da muss es doch am frühen Abend im Treppenhaus Aktivität geben, da muss das Licht doch immer wieder ein- und nach kurzer Zeit von der Zeitschaltuhr wieder ausgeschaltet werden. Ich kann es mir nicht erklären. So wenig, wie ich es mir erklären kann, dass er die Existenz der Frau leugnet, die ich mit ihm in seiner Wohnung gesehen habe und die nicht identisch ist mit seiner Frau, sondern seine Freundin war oder es immer noch ist. Wegen der Korrektheit muss ich es prinzipiell für möglich halten, dass er die Wahrheit sagt. Aber ich weiß, dass er lügt. Und ich weiß jetzt auch, wie gut er lügt. Er lügt so gut, dass ich mich frage, wer ist er, was macht er sonst noch, wenn er so gut lügt? Den gesamten Text des Postings hatte ich am späten Nachmittag bei Blogger bereits als Entwurf gespeichert. Als ich ihn am Abend aufgerufen habe, um ihn zu überarbeiten und zu veröffentlichen, fehlte der Fußnotentext. Hätte auch ein Versehen von mir sein können. Öffnen der Datei Blogtext 3, in der ich den Text entworfen hatte und wo er vollständig abgespeichert war. Kopieren des Fußnotentextes in die Zwischenablage und Einfügen in den Text für das Posting auf Blogger. Anklicken der Funktion Einfügen: Nichts. Zwischenablage offenbar leer. Text wie von Geisterhand gelöscht. Ich wiederhole den Vorgang. Ohne Erfolg. Als ich ihn ein weiteres Mal wiederholen will, sehe ich am Ende der Datei Blogtext 3 einen Text, den ich selbst nicht dorthin kopiert habe. Warum auch? – Es ist der Anfang des Textentwurfs zum Film Void vom Januar:
Void
Die Tess hat lange schlanke Beine. Ihre Oberschenkel sind muskulös. Auf eine zarte Art muskulös. Wenn sie nicht muskulös wären, dann wären ihre Oberschenkel dünn. Entweder die Tess macht einen Sport oder hat einen Sport gemacht, bei dem sie diese muskulösen Oberschenkel bekommen hat. Oder sie hat sie sich gezielt antrainiert (body shaping), weil ihr ihre dünnen Oberschenkel nicht gefallen haben. Weil sie nicht so lange dünne Beine haben wollte wie Linda, Schwester von Oscar, in dem Film Enter the Void, von Gaspar Noé, gestern Abend gesehen auf DVD. Die langen dünnen Beine Lindas ein key visual des Films. Immer wieder Lindas nackte lange Beine mit den dünnen Oberschenkeln. Linda ohnehin die meiste Zeit halbnackt zu sehen in dem Film. Deshalb, weil sie als Tänzerin in einem Nachtclub arbeitet. Aber auch, um uns ihre Schutzlosigkeit spüren zu lassen. – Plot: Geschichte von Oscar und Linda, Geschwistern, die sich als Kinder versprochen haben, immer zusammen zu bleiben, nach dem Tod der Eltern getrennt voneinander in Waisenhäusern aufwachsen, viele Jahre später in Tokio wieder zusammenkommen und ihren Treue-Pakt erneuern. Doch dann wird Oscar schon nach … Minuten des Films auf der Toilette eines Clubs von der Polizei bei einem Drogengeschäft erschossen. Kurz vor seinem Tod spricht er mit seinem Freund Alex über Das tibetanische Totenbuch, das der Freund ihm geliehen hat. Oscar ist fasziniert von der Lektüre, aber da er sich ständig mit Drogen zuballert (DMT, Ecstasy, Kokain), fehlt es ihm auch an Konzentration. Deshalb lässt er sich die Quintessenz des Buches von seinem Freund noch mal erklären. Die Quintessenz des Tibetanischen Totenbuches ist eine präzise, detaillierte Vorstellung vom technischen Ablauf von Seelenwanderung. Davon, wie der Geist (spirit) den Körper nach dem Tod verlässt, darauf wie in einem Wunderspiegel (magic mirror) noch einmal sein ganzes Leben betrachtet und danach durch die Welt schwebt, bis er einen neuen Körper findet, in dem er sich reinkarieren kann. - Wie? – Indem er verschmilzt mit einem Leben, das gerade gezeugt wird. – Und das ist es in groben Zügen, was in den verbleibenden … Minuten von Enter the Void passiert, nachdem Oscars Körper zusammengekrümmt in einer Blutlache auf dem Boden der Toilette in dem Club liegt und sein Geist und wir mit ihm seinen Körper verlassen. Erst der Blick zurück auf sein Leben. Auf die Kindheit mit der Schwester und die Umstände ihrer Trennung. Schließlich Oscars Seelenwanderung durch Tokio, bis zu dem Moment,
(hier endet das Textstück aus der Zwischenablage, der Originaltext geht noch weiter)
Ich überfliege den Text. Ich könnte mir jetzt alles Mögliche denken, vor allem könnte ich gerührt sein, und das ist vielleicht auch die Absicht: mich dazu zu bringen, dass ich gerührt bin und akzeptiere, dass die andere Seite nicht will, dass ich den Fußnotentext in das Posting von Homestory 3 aufnehme. Die andere Seite ist in diesem Fall der gute Hacker, also sie aka die Frau von gegenüber aka Contessa aka Tess. Das ist ihre Handschrift, ihre Mitteilungsart. Und es macht auch einen Sinn als Botschaft, was sie mir da mit meinem eigenen Text mitteilt. Begründung, warum ich den Fußnotentext nicht veröffentlichen soll. – Ich lese den Fußnotentext mehrfach durch. Was steht da, weshalb sie nicht will, dass ich den Fußnotentext veröffentliche? Etwas, womit ich ihr schaden könnte? – Wenn ich zu dem Schluss gekommen wäre, dass es etwas darin gibt, dass ihr schaden könnte, hätte ich ihn weggelassen. Denn ich bin gerührt von ihrer Mitteilung. Doch ich kann nichts finden in dem Text, das ihr schaden könnte. Gegenprobe: Wenn ihr so sehr daran gelegen ist, dass ich den Text weglasse, brauche ich ihn überhaupt? – Ich komme zu dem Ergebnis, dass er unverzichtbar ist. Aber wie kriege ich ihn in den Text für das Posting, wenn sie mir weiter die Zwischenablage löscht? – Ich bin nicht nur gerührt, ich bin auch wütend und empört über die Intervention. Das bringe ich zum Ausdruck, indem ich an sie schreibe. Und das tue ich, indem ich in die BlogText 3-Datei schreibe, und da sie eingehackt ist in meinen Rechner, kann sie es lesen:
Ich bin nicht mehr weit davon entfernt, Anzeige zu erstatten wegen der Spuk-Phänomene auf meinem Rechner. Ich würde mich dann zwar in die Gefahr begeben, vor der Polizei als Verrückter dazustehen, aber das wäre es mir wert, dass damit diese Spuk-Phänomene aktenkundig werden und jeder weitere Übergriff mit erhöhtem Risiko für die Übergreifer verbunden ist. - Verschwinde! Beim nächsten Übergriff gehe ich zur Polizei. Kein Spaß mehr! Es gibt andere Wege sich mitzuteilen. Andernfalls Klappe halten oder weiter lügen! Damit gelingt es mir anscheinend, sie einzuschüchtern. Habe ich nicht unbedingt erwartet. Sie lässt es jetzt auf jeden Fall zu, dass ich den Fußnotentext kopieren und einfügen kann. Ich veröffentliche das Posting mit der Fußnote. Anschließend schreibe ich einen weiteren Text an sie. Ich bin nicht mehr gerührt, ich bin verbittert und wende mich an sie und ihren Freund als Ihr.
Wenn es etwas gibt, das ich nicht tun sollte, damit ich niemandem schade, dann kann man mir das sagen. Dann reicht es vielleicht sogar, mir nur zu sagen, dass ich es nicht tun soll, dann muss das gar nicht begründet werden, falls es nicht möglich ist, das zu begründen. Aber: man muss es mir sagen. So wie das vorhin versucht wurde, so läuft das nicht. – Man kann mit mir reden. Ich lasse mit mir reden. – Aber bei dem, was vorhin versucht wurde, schaue ich nicht mehr länger ohnmächtig zu. Es wurde schon längst eine Grenze überschritten. Das war einer der Gründe dafür, warum ich am Montag zu Euch gekommen bin. Ich hatte geglaubt, ich könnte mit Euch reden, so wie man mit mir reden kann. Das ist offenbar nicht der Fall. Also bleibt mir nur Ohnmacht oder zur Polizei zu gehen. Was würdet Ihr an meiner Stelle tun? – Na, also! – Dritte Möglichkeit: Da Ihr nicht reden wollt, lasst mich in Ruhe! Ihr habt kein Recht zu dem, was Ihr tut. Und es gibt keinen Grund, warum ich länger Vertrauen haben sollte in die Gutwilligkeit Eurer Absichten.Ihr seid Fremde. Ihr habt mir gezeigt, dass Ihr Fremde bleiben wollt. Verhaltet Euch nun auch wie Fremde. Haltet Euch fern von mir!
Am Tag darauf sehe ich diesen und den Text durch, den ich zuvor an sie geschrieben habe, um beide Texte in Das innere Biest zu veröffentlichen. Dabei kommt es zu der Intervention mit den Markierungen, die als Warnung und Drohung verstanden werden können: es wurde eine Grenze überschritten – es gibt andere Wege. – Kommt das von ihr oder von ihm oder von ihnen beiden? - Meine Überlegungen und Beobachtungen, die ich auf der anderen Straßenseite mache, bringen mich zu dem Ergebnis, dass das von ihm gekommen ist. Ich entwickle die Vorstellung vom guten und vom bösen Hacker. Weil ich es so sehen will?
Ich wollte nie einen Text wie diesen schreiben. Ich wollte nie eine solche Geschichte erleben. Ich habe mich auch als Leser oder Zuschauer nie für so eine Art von Geschichten interessiert. Wenn ich diesen Text lesen würde von einem anderen Autor, der das Beschriebene als reales Geschehen ausgibt, würde ich ihn für geisteskrank halten und bedauern. Ich habe dokumentiert, was ich wahrgenommen habe. Mein Ziel war es immer, wegzukommen von dieser gespensterhaften Art von Kontakt. In Homestory 2 und 3 beschreibe ich, wie mein bislang energischster Versuch mit dieser Absicht ausgegangen ist.
Donnerstag, 2. Juni 2011
Hässlich
Überraschender Anruf Peters am frühen Abend. Er hat nach dem endoskopischen Eingriff zur Verödung der Varizen im Magen die Klinik auf eigene Verantwortung verlassen; der Termin für die zweite, die große Operation ist erst Mitte nächster Woche. Erzählt er und dann, zweitens: Was ich ihm geschrieben habe in der Mail am Montagabend, in der ich ihm mitgeteilt habe, dass ich den Kontakt zu ihm abbrechen werde. Worüber ich mich aufgeregt habe, da hat er nicht gelogen, erklärt er und schildert dann mit einer für ihn untypischen Klarheit, wie ihm der Befund für die Knubbel mitgeteilt worden ist. Erst hatte er es so verstanden: keine Metastasen und daraus hat er geschlossen, die Knubbel sind nicht bösartig, da die Wucherung nicht streut. Dann hat er in einem Arztbrief, den sie ihm mitgegeben haben, gelesen: Va Lymphknotenkarzinom. Va = Verdacht auf … . Als er die Ärzte in der Klinik darauf angesprochen hat, haben sie ihn beruhigt, zugleich aber auch in Aussicht gestellt, dass zur Sicherheit nach der Operation bestrahlt werden soll und er vielleicht auch noch eine Chemotherapie machen muss. Das der Stand. So kam es. Dann wirft er mir vor, dass ich auf einem hohen Ross sitzen würde. Das weise ich – kleinlaut – zurück und erkläre, dass ich Anteil an seinem Leben nehme und dass ich mir verarscht vorgekommen bin, und deshalb die Schnauze voll hatte von ihm. Damit gibt er sich zufrieden. Ich sage, kleinlaut: Gut, dass du mich angerufen hast. – Er sagt, lachend: So leicht kriegst Du mich nicht los. – Da muss ich auch lachen und er ist versöhnt. Damit zeigt er sich wieder einmal von einer seiner besten Seiten. In dieser Hinsicht sind wir uns ähnlich, seelenverwandt. Ich bin auch so leicht zu versöhnen wie er. Und ich fühle mich jetzt auch erleichtert, weil der Konflikt beigelegt ist. Unbehaglich wegen der hässlichen Szene, die ich ihm gemacht habe in meiner Mail und am Tag darauf im Blog, fühle ich mich aber immer noch. Es ist das hässlichste Posting, das ich je geschrieben habe. Eingeleitet mit dem Nachtrag zu Tim, der nicht anders zu verstehen ist denn als ein Nachtreten. Mehrfach überlegt, ob ich den Text löschen soll, schließlich habe ich ihn stehen lassen auch als Dokument des Tages und des heillosen Zustandes, in dem ich an dem Tag war: Gestört war ich, völlig gestört, und dabei habe ich mich von einer meiner schlechtesten Seiten gezeigt, indem ich auf Unbeteiligte losgegangen bin. Meine Wut und meinen Ärger an ihnen ausgelassen habe. Stellvertretend. Ganz mieses Verhalten. Hässlich! – Auch wenn es stimmt, was ich über Tim geschrieben habe, auch wenn ich mich verarscht gefühlt habe von Peter, die Szene, die ich ihm gemacht habe, war unverhältnismäßig und das über Tim hätte ich auch großzügig weglassen können. Das einzig Gute an dem Ausfall gegen Peter war, dass ich nun nicht mehr den Dialog mit ihm hätte fortsetzen müssen. Uneingestandene Absicht hinter dem Ausfall. Mein Überdruss an den langen Telefongesprächen mit ihm am frühen Abend, bei denen er jedes zweite Mal angeknallt ist. Meine Aversion gegen das Schmierentheater, das er aufführt mit seiner aufgesetzten Lakonie und Gelassenheit. Dabei scheißt er sich vor Todesangst in die Hosen und traut sich nicht, seinen Ärzten Fragen zu stellen, will es lieber nicht so genau wissen, und deswegen ist es auch zu dem Missverständnis gekommen, das zu meinem Ausfall geführt hat. Auch deshalb habe ich mich angelogen und verarscht gefühlt von ihm, weil ich mir das nicht vorstellen kann, dass man in seiner Lage sich nicht jederzeit Klarheit verschafft im Gespräch mit den behandelnden Ärzten. Dazu kommt noch, dass er eine Art Notabitur gemacht, keine Grundlagen der Biologie gelernt hat und daher nicht in der Lage ist, den Ärzten intelligente Fragen zu stellen, um sich ein Bild zu machen von dem, was mit ihm los ist. Sowieso schon körperdumm (sonst hätte er sich nicht in diesen Zustand gebracht), jetzt auch noch seine Dummheit im Umgang mit den Informationen über seine Krankheit. Und da nun Anteil nehmen (müssen) an dieser Krankengeschichte, mich in seinen Zustand hineinversetzen, der auch ein Zustand von Dummheit ist. Das habe ich ihm – in einer abgemilderten Version – gesagt, dass das eben auch noch im Spiel war bei meinem Ausfall gegen ihn und angedeutet, dass ich mich davon befreien wollte, indem ich den Kontakt zu ihm abbreche. Es ist mir nicht gelungen. So leicht kriegst du mich nicht los, hat er gesagt.
Zum Thema körperdumm noch: Eben (12,20 Uhr) habe ich gerade die vierte Zigarette des Tages geraucht.
Zum Thema körperdumm noch: Eben (12,20 Uhr) habe ich gerade die vierte Zigarette des Tages geraucht.
Mittwoch, 1. Juni 2011
Gespenst
Heilloser Zustand anhaltend. Und wie! Künstliche Aufregung oder Drama? - Der unschöne Text über Peter. Musste sein. Echte Aufregung. Das eine Mal zu viel. So war es. – Erste Reaktion auf die Unzufriedenheit? Richtigmachen des Falschen? – Was kommt als nächstes? – Die andere Seite. Künstliche Aufregung oder Drama? – Die Fakten: Aufregung ist meine Aufregung über die Kontrolle, die ausgeübt werden kann von der anderen Seite auf den Blog – nicht überhaupt, daran besteht kein Interesse bei der anderen Seite, Kontrolle nur über das, was ich über die andere Seite schreibe. Kontrolle, die ausgeübt werden kann. Mehr als einen Versuch, das zu tun hat es nicht gegeben. Versuch zu verhindern, dass ich die Fußnote in Homestory 3 veröffentliche. Und es hat Warnungen in diesem Zusammenhang gegeben und eine Drohung: es wurde mir von der anderen Seite gezeigt, dass sie Zugang zum Dashboard meiner Blogs hat und damit in die Blogs eingreifen kann und es hat Signale gegeben, Einschüchterungen: Hör auf! Sonst wirst du es bereuen. – Daneben hat es noch eine Mitteilung gegeben, die eine andere Sprache spricht. In einer mir vertrauten Mitteilungsart. Die Mitteilungsart von ihr. – Um sie zu beschreiben, muss ich ins Detail der Abläufe gehen, muss ich so ausführlich werden, dass sich die Frage stellt, was soll das für eine Art Text sein, in dem ich das beschreibe. Dokumentation oder Aktion? Halte ich das nur fest, damit es hier steht fürs Protokoll? Oder ist der Text eine Aktion, mit der ich ein Ziel verfolge? Die andere Seite zum Rückzug zu bewegen oder mit dem Nachbarn den Dialog fortzusetzen über die Frau in seiner Wohnung, die nicht seine Frau ist und die da lebt, aber er weiß nichts davon, nur ich habe sie gesehen und Kontakt mit ihr gehabt, wenn auch nur auf eine verhuschte Art, wie es eben so geht mit Gespenstern, wie sie eines zu sein scheint, denn eine andere Erklärung gibt es nicht dafür, dass sie da lebt und er weiß nichts davon. Ist das nicht eine versöhnliche Vorstellung? – Eine andere Vorstellung, die sich gebildet hat, das ist die Vorstellung vom guten Hacker und vom bösen Hacker. Sie ist der gute Hacker. Er ist der böse Hacker, der jederzeit destruktiv werden kann. Das ist eine Fortsetzung des Gebarens des Präsenzzeigens, Drohgebärden, mit dem er mich in der Vergangenheit vertreiben wollte, als seinen Rivalen. So gesehen hat er inzwischen aufgerüstet, indem er sich ihrer Einhacktechnik bemächtigt oder sich selbst die dazu nötige Software beschafft hat. Er, der böse, weil potentiell destruktive Hacker. Sie, der gute Hacker, weil sie immer der gute Hacker war, der willkommene Hacker, immer noch, auch wenn es inzwischen keine Aussicht mehr gibt, dass es jemals mehr geben wird an Gemeinsamkeit zwischen uns als ihr Eingehacktsein bei mir. Dafür hat sie inzwischen auch eine Beründung gegeben. Doch – siehe oben - dazu muss ich auf Details des Eingehacktseins eingehen, um das so verständlich machen zu können wie es mir verständlich ist, und dazu wiederum muss ich mich entscheiden, wie ich darüber schreiben will. Vorläufig nicht an ihn, denke ich inzwischen. Denn so reizvoll die Vorstellung ist, dass wir es bei ihr mit einem Gespenst zu tun haben, das mir erscheint, ihm hingegen nicht, diese Vorstellung ist zu kompliziert, alleine schon deshalb, weil sie ein zweites übersinnliches Phänomen generiert: dass er mich durch Warnungen und Einschüchterung vertreiben will, wo es doch in seinem Welt nichts und niemanden gibt, von dem er mich fernhalten müsste. – Fortsetzung folgt.
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