Da habe ich es ihnen aber gegeben? Nachgetreten? – Den Eindruck hätte ich gerne vermieden. Ging nicht, weil ich den Unterschied markieren wollte zu Henry Anno, ich hätte auch auf das verweisen können, was bei Tanja Wagner passiert. Eine Gegenwärtigkeit und Lebendigkeit, weil diese Kunst sich nicht im Definierten bewegt, auf den ausgetretenen Pfaden, wo einem nichts zustoßen kann, den Künstlern nicht, dem Publikum nicht. Was der 29jährige Ivan Ebel gemacht hat in den Arbeiten, die bei Gilla Lörcher ausgestellt sind, das hätte er auch schon in den frühen 60er Jahren machen können, als der Film von Jonas Mekas herausgekommen ist, auf den er sich bezieht in einem Text, den er verfasst hat zur Erklärung seiner Kunst in der Ausstellung wieder Schein. Gedanken im Nachhinein, wie er betont. Aber Gedanken, die er auch schon 1962 hätte haben können. Es ist eine Art zu denken, wie Künstler im 20. Jahrhundert gedacht haben über Kunst, und wenn es ihnen geglückt ist, dann i n ihrer Kunst. Die meiste Kunst, die ich sehe, insbesondere Malerei, ist stehengebliebenes 20. Jahrhundert. Deshalb nenne ich sie museal. Insofern ist es nicht abschätzig von museal zu sprechen zum Beispiel bei den Arbeiten des jungen Schweizers. Man kann ins Museum gehen, um sich zu inspirieren. Man kann in der Manier von irgendwem oder -was arbeiten und sich so die Zeit vertreiben bis zu dem Tag, an dem man zu etwas Eigenem in der Lage ist oder man stirbt.
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