Dienstag, 31. Januar 2012

Copy & Paste


Jan Vermeer, De melkmeid  Öl auf Leinwand
45,5 x 41 cm  ca. 1660 


Eintritt frei: Dass die Geschichte nicht ausgedacht ist, heißt nicht, dass alles sich genau so verhält, wie es im Text steht. Da steht, wie ich es erlebt habe. Das habe ich auch deutlich gemacht, an einer Stelle jedoch nicht deutlich genug, so dass ein falscher Eindruck entstehen könnte. Da, wo es heißt, die Künstlerin habe Fotos ihres Freundes abgemalt, also kopiert (abgepaust, habe ich es im Text genannt), und die kopierte Figur mit ebenfalls von Vorlagen abgemalten Gestalten aus der griechischen Mythologie arrangiert. 

Das copy and paste ist ein gebräuchliches Verfahren in der Malerei spätestens seit dem 16. Jahrhundert, seit es optische Hilfsmittel gibt – geschliffene Gläser, Linsen –, mit denen Abbilder von Gegenständen oder Personen auf Papier oder Leinwand projiziert (copy) werden können, um sie mit Stift oder Pinsel nachzuzeichnen oder nachzumalen (paste). Die ganze realistische Malerei seit dem 16. Jahrhundert ist so gemacht und die technischen Fortschritte im Realismus der Darstellung sind letztlich Fortschritte der Linsenschleifkunst und der optischen Apparate gewesen. Bis der definitive optische Apparat, die Fotokamera, die gleichen realistischen Effekte mit weniger Aufwand erzielte, so dass die Malerei sich frei machen konnte von den Gegenständen und sich ganz auf sich konzentrieren konnte: Manet, Monet, Seurat, Cézanne, Matisse, Picasso ... . – Das und noch viel mehr ist nachzulesen in David Hockneys schlauem Bilderbuch Geheimes Wissen. Wenn man es weiß, dann ist es auf einmal so klar, kann es gar nicht anders sein, wird die Moderne in der Bildenden Kunst mit ihrer Lust an der Vergröberung erst richtig verständlich. Aber wer weiß es? – Ich zum Beispiel erst, seit ich letzten Herbst die Diplomarbeit von Gerit Koglin  gelesen habe und durch sie auf das Hockney-Buch gekommen bin, dem Gerit seine Einsichten verdankt. - Soll ich also in Eintritt frei eine Fußnote machen und auf das Hockney-Buch verweisen? Vor allem, um klar zu machen: wenn die Künstlerin ihren Freund, die Penelope und die Göttinnen abgemalt hat, dann ist das nicht wie Helene Hegemann und Axolotl Roadkill, dann ist das ein handwerklich integres, in der Malerei übliches Verfahren, mit dem die Künstler es sich einfacher machen, um sich aufs malerisch Wesentliche konzentrieren zu können: Bildkomposition und Farbe. Und warum erwähne ich es dann überhaupt? – Weil ich nicht eine Kunstkritik schreiben, sondern erzählen wollte, wie ich mich geärgert habe über die Künstlerin und was ich alles gedacht und gemacht und gegen sie verwendet habe in meinem Zorn. Entscheidung deshalb: Keine Fußnote. Zorn hat keine Fußnoten. Ha!

David Hockney: Der Nachbar von Jan Vermeer war Linsenschleifer.

Samstag, 21. Januar 2012

Kleinlich



Pressesprecher Matthias Oloew mit den Ehrengästen Traudl und Gert Rosenthal.

Zu meinem Posting Widmung hat Matthias Oloew erklärt, dass die Berliner Bäder-Betrieb als Landesbetrieb selbst nichts spenden dürfen und dass er meine Argumentation kleinlich findet. 

11:24

Sonntag, 15. Januar 2012

Volkspark 14:37 - 14:44

Menschen am Sonntag.



Enten am Sonntag.


Die Enten kriege ich noch besser hin.

Mittwoch, 11. Januar 2012

Vorbei?

Letzten Absatz im Posting von gestern gestrichen: Mir ist übel. Ich möchte mich übergeben. Ich habe zu viel Schokolade gegessen.

Und heute? - Ich weiß nichts. Ich glaube nichts. Ich bilde mir nichts ein. Ich warte ab, was als nächstes passiert. Wenn nichts passiert, ist es vorbei und das gestern war die Schlussszene. Starke Schlussszene.

Regel: Ein Ende muss nicht glücklich sein, aber geglückt.

Montag, 9. Januar 2012

Epiphany

In dem Film Angel Heart von Alan Parker (1987) trifft Mickey Rourke, der seine Seele dem Teufel verkauft hat, was in dem Film plausibel ist, auf eine junge Afroamerikanerin mit dem Namen Epiphany (= Erscheinung). Epiphany ist schließlich auch tot, wie alle Personen, auf die Mickey Rourke trifft in der Geschichte. Dabei ist er es, der all die Leute umbringt. Aber er weiß es nicht. Er sucht die Leute auf und befragt sie, um einem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Und dann geht er noch einmal hin und tötet sie, um alle Spuren wieder zu verwischen. Der Teufel heißt in dem Film Louis Cypher, wird von Robert De Niro gespielt, hat ein Faible für hartgekochte Eier und ist das Einzige in dem Film, das nicht plausibel ist. 




Sonntag, 8. Januar 2012

Espresso macchiato

Streng verbotenes Fotografieren einer Person, die gerade etwas zu sich nimmt:

14:54

Ich verwende das nicht. Ich schieße mich nur schon mal auf dich ein, sage ich, als mich nach dem Foto Stephanies strenger Blick trifft. Leider nicht dokumentiert.

Ist doch nur mein nicht-googlebarer Nebenblog und das Foto ist zu gut.