Samstag, 1. Oktober 2011

Nicht fotografiert

Die vier Blickwechsel-Texte sind so manieriert, weil es ursprünglich Fotos sein sollten. Die habe ich nicht gemacht bei der Ausstellungseröffnung am Mittwoch wegen Zurückhaltung und dem Krampf, zu dem es kommt beim Fotografieren von Leuten spätestens dann, wenn klar wird, dass die Bilder im Internet veröffentlicht werden sollen. Manchmal aber auch schon, wenn die Leute bemerken, dass ein Kameraobjektiv auf sie gerichtet ist. Das kann ich mir nur so erklären: Es ist eine neue Spielart von Kleinlichkeit. Die Kleinlichkeit ist da. Sie muss zum Ausdruck gebracht werden. Nun eben in dem Getue um das Recht am eigenen Bild. Und die Verweigerungsgeste hat dann noch das Potential, sich großartig dabei vorzukommen, weil man sich dann fühlen kann wie ein Prominenter, der sich der Zudringlichkeit von Paparazzi erwehrt.

Ich ahne, dass es noch andere Gründe gibt, einige davon sicher gute. Fremd sind sie mir alle, weil ich selbst nichts dagegen habe, wenn mich jemand fotografieren will. Obwohl ich selten eine gute Figur dabei mache. Am ehesten noch, wenn ich nicht merke, dass ich fotografiert werde:

Beispiel 1 vom Frühjahr 2010

Bemerke ich es, befällt mich eine Verhaltensstörung, die sich so auswirkt, dass ich Grimassen schneide. Unvorteilhafte Grimassen. 

Beispiel 2 ist zu hart.
Ein andermal. 

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