Samstag, 26. November 2011

Lebenskunst

Unsere kleine Gemeinde habe ich spaßhaft zu Uliane gesagt neulich und ernst gemeint etwas, das wir schon haben und von dem wir noch mehr haben wollen: einen vertrauten Umgang mit Leuten, die uns interessieren, und die Vertrautheit entsteht auch dadurch, dass man etwas von einander erfährt durch das Reden über einander oder das Schreiben in einem Blog. Und das will ich nun schaffen, indem ich Leute hineinziehe in mein Schreiben; eine Gemeinschaft soll so entstehen, die sich abbildet im Blog. Und seinen Ausdruck findet das in der Index-Wolke am rechten Blog-Rand von BzB, wo jetzt die Kategorie (tag) Gemeinde steht. Das Wort mit religiösen Assoziationen verknüpft, kleine Gemeinde wäre deshalb treffender, weil da das Spielerische anklingt, doch das ist zu lang als Kategorie-Wort. Zwei Postings gibt es, dem tag Gemeinde zugeordnet. Überlegt, ob das über Friederike (Schere) nicht auch dazu gehört. Denn sie möchte ich dabei haben in der kleinen Gemeinde des Blogs, sie soll immer mal wieder auftauchen. Würde mir gefallen, wenn sich das so ergäbe. Aber es zu formulieren als Ziel und dazu noch sagen: sie will ich dabei haben als sich selbst  und in der Rolle der schöne Fee, die sie auch noch ist -  das sind so Einfälle, die ich mir nur damit erklären kann, dass ich zu lange als Drehbuchknecht phantasiert und gedacht habe; am Ende mehr mir ausgedacht als phantasiert in der strengen Ordnung des Plottens mit den technischen Anweisungen und die wichtigste ist: Jemand muss etwas unbedingt wollen. Der Protagonist  braucht ein Ziel. Wie er das verfolgt, was ihm dabei passiert an Hindernissen, Konflikten, das ist seine Geschichte, der Plot. Aber nein, solche Geschichten mag ich nicht. Ältere Leser verstehen die Anspielung auf die Schnulze: ein solcher Plot ist ein Holzpferd. Imitation von Leben. Und deshalb das Unbehagen an dem tag Gemeinde. Was mache ich? Vorhin wollte ich ihn löschen. Das ging auch nicht. Lass ich ihn stehen als Kategorie für eine Art von Geschehen? Aber das Geschehen ist nicht das Projekt, eine Gemeinde schaffen zu wollen. Das Geschehen ist der Wunsch, dass es sie nicht gibt für mich. Schenk mir ein Pferdchen, ein Pferdchen wär´ mein Paradies. Aber das Paradies gibt es nicht. Und ein richtiges Pferd gibt es auch nicht. Was gibt es dann? Was widerfährt mir mit meinem Wunsch? Das ist die Geschichte. Wille, Impuls und dann im richtigen Moment aufhören und geschehen lassen. Ist es das? Wünschen, Wollen. Aber Absichtlichkeit, Vorsätzlichkeit ist – was? An der Stelle war ich neulich schon mal:  Was ist falsch, peinlich, kitschig, aufdringlich an der Absicht und dem Vorsatz – im Leben wie im Erzählen? Wenn ich die Antwort weiß, besuche ich wieder die schöne Fee und lasse mich von ihr fragen: Was macht die Lebenskunst? – Es gibt keine Feen. – Ich weiß. 

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