Mein Zustand hat sich gestern manifestiert in der Sperrigkeit des Postings Verhängnis. Da war mit Überarbeiten nichts mehr zu machen. Dokument. Es ist ein Verhängnis und kein gutes Leben. Leben muss besser werden, schreibe ich auf der Facebook-Seite. Und: Mich selbst glücklich machen, denke ich mir. Mit dem Blog mich selbst glücklich machen. Leute, Leute, Leute. Schreiben, schreiben, schreiben. Bildmaterial einsammeln. Anzeigen akquirieren. Immer noch keine Idee, wo ansetzen. Bloß keine Krauteranzeigen. Idee des Sponsorings reaktivieren. Auch dafür noch keine Idee. Bloß nicht wieder befreundete Personen ansprechen.
Bilder einsammeln bei mir bekannten Malern und von denen aus – über Empfehlung – weiter zu anderen. Das ist dann auch der schnörkellose Schreibansatz: Ich möchte ein Bild (Bilder) von dir in meinen Blog stellen. – Ob das so einfach geht, sehe ich nachher, wenn ich bei Hermann Spörel bin. Leute näher kennenlernen, wie Hermann, mit anderen Bekanntschaft machen. Dazu ist der Blog da. Vorhin mir eingefallen: Christiane Paul. Am Sonntag gesehen in der Konditorei in der Barbarossastraße mit Mann und zwei Kindern. Ach, wohnt sie noch in der Ecke oder wieder? Was macht sie? Ist sie noch im Geschäft? – Vor Jahren, als ich gerade mitten in der zweiten Drehbuchfassung von Liebe auf Kredit war, hat sie neben mir gesessen beim kleinen Vietnamesen in der Akazienstraße, der damals noch ein kleiner Chinese war. Sie mit einem Freund. Im Double Eye gegenüber wurde ein Jubiläum gefeiert; da war sie zu Gast. Sie gar nicht gleich erkannt, sah aus, wirkte wie eine einfache junge Frau aus dem Leben. So wie meine Britta aussehen könnte aus Liebe aus Kredit, habe ich mir gedacht und sie bei der Bavaria und Sat.1 vorgeschlagen für die Rolle der Britta. Sie hatte dann aber schon ein anderes Engagement. Die Kollegin, die dann Britta war, hat es nicht schlecht gemacht (hinterher hat sie sich bedankt bei mir für die Figur), aber Christiane Paul wäre Idealbesetzung gewesen. Vorstellung: Nachdem sie nicht in einem von mir geschriebenen Film mitspielen konnte, jetzt ein Auftritt in meinem Blog? Als was? Leben im Schöneberger Kiez mit einem aus Film und Fernsehen bekannten Gesicht? So zum Beispiel. – Und ich in der Rolle dessen, der gerne mal geschrieben hätte f ü r sie – Verehrung für sie seit Das Leben ist eine Baustelle – und jetzt ü b e r sie schreibt. Mit ihr Kontakt aufnehmen über ihre Website, wenn sie noch eine hat. (Später: sie hat.)
Stockung bei den Läden. Oleg wäre endlich mal dran, mit einem richtigen Interview. Und dann fällt mir nur noch ein der Laden mit angeschlossener Schneiderwerkstatt in der Goltzstraße; Manufaktur, denke ich immer, wenn ich an der Werkstatt vorbeigehe und dann die im Laden ausgestellten Abend-/Brautkleider betrachte mit Wohlgefallen. Nicht anders zu beschreiben dieser Eindruck, mit dem der Laden heraussticht aus all den Tinnef- und Billigfressläden auf dieser Meile. Interessante Art von Geschäft, das die betreiben mit ihrer Maßkonfektion (ist es das?). Eheleute, beide Schneider, die den Laden machen. Oleg kennt sie seit ihren Anfängen. Hat jetzt allerdings keinen Kontakt mehr zu ihnen. Ihn trotzdem fragen, ob er mich bekannt machen kann mit ihnen, oder meine hochwirksame Deppennummer abziehen? Hingehen und sagen, Sie wollte ich schon immer mal kennenlernen.
Tinnef- und Billigfressläden und Boutiquen und Schuhgeschäfte und Weinläden und ein Obst- und Gemüseladen, eine Reinigung, den Sargladen gibt es nicht mehr, den Laden mit Zeichen- und Malereibedarf gibt es noch, ein Reisebuchladen in der Goltz, die Akazienbuchhandlung, Südwind und das Café Sur, das Café M und was von Roberta übrig geblieben ist, zwei Läden mit auf alt gemachten Möbeln, gediegen und geschmackvoll. Nichts, was mich wirklich interessiert. Vielleicht beim näheren Hinsehen. Vielleicht mal Roberta? – Leute und Läden. Die Leute sind wichtiger. Das mit den Läden bloß nicht erzwingen. Einen Apfelladen gibt es Anfang der Goltz. Nur Äpfel verkaufen die. Hält sich schon seit mehr als zwei Jahren. Das ist erstaunlich. Was machen die richtig? So zum Beispiel.
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