Keine Konzentration wegen der Bauarbeiten. Alles anders, der große Balkon wird früher fertig, die Arbeit am kleinen kann vielleicht erst nächste Woche fortgesetzt werden, das durchgefeuchtete Holz muss vorher auslüften. – Solcher Text. Dazu vielleicht noch die Feststellung, dass ich müde bin, weil sehr früh aufgestanden, um ungestört meine Morgendinge machen zu können vor dem Eintreffen der Handwerker. Solcher Text. Erklärung.
Erzählung meines Lebens. Aber doch bitte nicht so. Mein Leben gibt nicht genug her für zwei Blogs. BzB reicht. Was es da nicht reinschafft, muss nicht erzählt werden. Es sei denn, es gibt einen anderen Blick, einen ganz anderen Zugang. – Über mich so schreiben, wie ich über andere schreibe. Heißt? Von außen. Mit dem Unterschied, dass ich von mir viel mehr weiß (wenn auch nicht alles). Von außen nach innen. Selbstbeobachtung. Nicht wie ich bei Edeka an der Kasse stehe und dann ... . - Das ist BzB, und dann = eine andere Person, die ins Spiel kommt. Hier Beobachtung von Bewusstseinsvorgängen. Das Innere bleibt das Thema. Nur das Innere sich nicht mitteilend, das Innere beobachtet. Draufsicht auf das Innere. – Kunstgriff. Mit meiner Neugier und meiner Lust an der Beschreibung von anderen auf mich losgehen. Das Biest auf mich loslassen. Ist keine neue Idee. Neu wäre nur die durchgehaltene Draufsicht – von außen nach innen - und die Rollenverteilung: ich als Beobachter, ich als Gegenstand der Beobachtung. Mit dem All-ein sein was anfangen. Ich als Hauptperson, weil eine andere Person gibt es nicht. Das Kind beschäftigt sich mit sich selbst, spielt mit seinen Fingern und seinen Zehen. Gibt den Fingern und den Zehen Namen, spricht mit ihnen.
Das waren die rettenden Gedanken gestern Früh. Gleich notiert und gegen Ende der Notizen schon wieder in Frage gestellt. Der Kunstgriff kann auch dazu führen, dass es gekünstelt wird. Und wie soll das gehen, dass einer, der von sich als ich schreibt, beschreibt, was auch wieder ich ist? Die Hand, die sich selbst malt. Escher ist mittlerweile auch Kitsch. Später: wenn manieriert, dann richtig. Dann die Beschreibung meiner selbst in der dritten Person. So wie es hier gegeben hat sie, gibt es nun er, und das bin ich. Und der Schreibende/ Beschreibende, der sagt von sich ich? – Die Künstlichkeit annehmen und mit ihr was anfangen? – Es ausprobieren. Experiment. Wenn es misslingt, und es würde mich wundern, wenn es nicht misslingen würde, dann ist es eine Übung in Selbstbeobachtung gewesen.
Das waren die Gedanken von gestern Abend. Das Unbehagen an der Künstlichkeit ist geblieben. Nach dem Aufwachen: Ich muss es ausprobieren. Womit fange ich an? – Eben damit. Mit dem Hin- und Her dieser Überlegungen. Dann schreib doch mal hin er und schau, was passiert. Er dann heute morgen: Aus der Exklusivität des Materials und des Einblicks etwas machen. Aber dann darf es keinen Filter mehr geben, dann muss alles zugelassen sein. – Bei diesen Formulierungen krampfhaftes Vermeiden des Personalpronomens. Könnte so auch gehen? Bewusstseinsvorgänge als reines Geschehen. Von außen noch tiefer rein. Die Haut der Personalität durchstoßen. Aus der Mitte des Bewusstseinsstroms berichten. Es wird schon etwas zu bedeuten haben, das Sträuben gegen das Schreiben in der dritten Person, so schlüssig es sich auch angeboten hat. – Zurück: Alles muss zugelassen sein. Keine Filter mehr. Deshalb für das Experiment den Blog erst mal dicht machen? Wozu dann überhaupt noch Blog? Den Blog abschalten wie am Sonntag gedacht? Ganz oder nur vorübergehend? Die paar Leser verlieren, die er hat? Beschränkter Zugang? Wen es wirklich interessiert, der soll sich bei mir melden und bekommt Zugang? – Ist das so wichtig?
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